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January 21 2020

Das Cannabisverbot ist verfassungswidrig!
Weitere Infos unter https://hanfverband.de/richtervorlage

Dieser Meinung sind nicht nur wir, sondern auch renommierte Juristen und Professoren. Auf der Tagung des Schildower Kreises (https://schildower-kreis.de) konnten wir drei von ihnen interviewen. Neben der Jursitin und Buchautorin Dr. Nicole Krumdiek haben wir die Strafrechtsprofessoren Dr. Lorenz Böllinger und Dr. Cornelius Nestler gefragt, warum sie das Cannabisverbot für verfassungswidrig halten.

Im Youtube-Kanal des Schildower Kreises ist übrigens die gesamte Tagung vom 08. November 2019 dokumentiert:
https://www.youtube.com/user/SchildowerKreis/videos

Fördermitglied werden?! https://hanfverband.de/unterstuetzen
Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=F2Z3mpmJapU
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Schmerzen bei Trockenen Augen – Forscher setzen Hoffnungen in Cannabis-Augentropfen

Fast jeder Zehnte leidet in Deutschland an Trockenen Augen und damit häufig an chronischen, starken Schmerzen. Auf der Suche nach einer wirksamen und nebenwirkungsarmen Schmerztherapie haben Forscher jetzt Augentropfen mit Cannabiswirkstoffen entwickelt. Die ersten Studienergebnisse sind vielversprechend, in Kürze soll die Wirkung an Patienten getestet werden.

Augenschmerzen Hauptsymptom bei trockenen Augen

Das Trockene Auge ist die häufigste chronische Augenerkrankung, bis zu zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland leiden daran. Außer Sehbeschwerden sind Augenschmerzen das Hauptsymptom dieser Störung der Tränenproduktion – teilweise sind die Schmerzen so stark, dass Betroffene Jobverlust oder Trennung erleiden und Suizidgedanken entwickeln. „Wir verfügen bisher über keine wirksame Therapie gegen die Augenschmerzen“, sagt Professor Dr. med. Claus Cursiefen, Präsident der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG). „Unsere Hoffnungen ruhen deshalb auf Augentropfen mit Cannabiswirkstoffen.“

Cannabis-Augentropfen in der Entwicklung

Insbesondere der Wirkstoff Tetrahydrocannabinol, kurz THC, kommt in der Medizin schon bei verschiedenen Leiden wie chronischen Schmerzen, Epilepsie oder Tourette-Syndrom als Medikament zum Einsatz.

Nun hat sich eine Forschungsgruppe der Universitäts-Augenklinik Köln das Ziel gesetzt, nebenwirkungsarme Cannabis-Augentropfen zu entwickeln. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit einer Pharmafirma durchgeführt und durch die Europäische Union gefördert.

„Wir haben Augentropfen mit THC auf Basis von Semifluorierten Alkanen, SFAs, hergestellt“, erläutert Projektleiter Professor Dr. med. Philipp Steven. „Cannabiswirkstoffe lassen sich nicht in Wasser lösen, daher nutzen wir die wasserfreie SFA-Technologie“, führt der Leiter des Schwerpunkts Trockenes Auge und okuläre Graft-versus-Host Erkrankung an der Universitäts-Augenklinik Köln aus.

So können hohe Wirkstoffmengen an den Ort der Erkrankung, die Augenoberfläche, transportiert werden. „Das Auge, vor allem die Hornhaut, besitzt mehr Nervenenden als jedes andere Gewebe des menschlichen Körpers und ist deshalb auch so schmerzempfindlich“, erläutert Steven.

Erste Studienergebnisse zeigen Erfolge

Die THC-Augentropfen sind bereits in einer experimentellen Studie getestet worden. Die Ergebnisse zeigen: Bei Mäusen mit Trockenen Augen führten die Cannabis-Augentropfen zu einer starken Besserung der Erkrankung und der Funktion der Nervenenden. „Wir gehen davon aus, dass die Cannabis-Augentropfen an die Nervenenden binden und so ihre Wirkung vermitteln“, berichtet Steven.

Aufgrund der verwendeten niedrigen Dosis erwarten die Wissenschaftler keine unerwünschten Effekte im zentralen Nervensystem, etwa in Form von psychischen Veränderungen.

„Wir haben jetzt eine plausible wissenschaftliche Grundlage, das ist ein großer Schritt nach vorn“, fasst der Kölner Augenarzt zusammen. „Die Vorzeichen für eine erfolgreiche Anwendung bei Patienten stehen sehr gut.“ Die erste klinische Studie ist bereits in Planung.

Quellen:

https://www.aumedo.de/schmerzen-bei-trockenen-augen-forscher-setzen-hoffnungen-in-cannabis-augentropfen/

Pressestelle der Deutschen Ophtalmologischen Gesellschaft e.V.
https://www.dog.org/wp-content/uploads/2019/02/PM-DOG_2019_Cannabis-Augentropfen_September_F.pdf

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DHV-Geschäftsführer Georg Wurth nimmt aus aktuellem Anlass Stellung zum Thema "hohe THC-Werte & Psychosen".

Unter dem reißerischen Titel “Suchtmediziner warnen vor Turbo-Cannabis” hat sich unter anderem Rainer Thomasius zu Wort gemeldet in der Debatte über die Gefahren  gestiegener THC-Gehhalte.

Durch gezielte Züchtungen ist der THC-Gehalt in Marijuana/Hanfblüten über die letzten Jahrzehnte hinweg tatsächlich gestiegen - was für sich genommen keine neue Entwicklung ist.

Vielmehr ist dieser Vorgang einleuchtend bei einem auf Gewinnmaximierung getrimmten Schwarzmarkt, was allerdings ein Argument für und nicht gegen eine Legalisierung ist: In einem legalen Markt erwarten Konsumenten nicht nur Transparenz und Cannabis ohne Verunreinigungen und Streckmittel, sondern auch eine Vielzahl von Sorten mit unterschiedlichem THC- und CBD-Gehalt.

Kirsten Kappert-Gonther, drogenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen, bringt es auf den Punkt: "Wenn ein Nutzer oder eine Nutzerin auf dem Schwarzmarkt Cannabis kaufen, ist das so, als würden Sie in eine Kneipe gehen und sagen, ein Glas Alkohol bitte. Sie wissen nicht, was sie bekommen."

Produktinformationen in einem legalen Markt sind tatsächlich der entscheidende Punkt. Denn nicht nur der THC-Gehalt ist entscheidend für die Verträglichkeit, sondern vor allem das THC/CBD-Verhältnis, denn CBD verringert die potentiell negativen Auswirkungen von THC. Konsumenten, die die Wahl haben, werden sich für verträglichere Sorten entscheiden.

Schäden durch Cannabis können nur in einem legalen Markt minimiert werden. Doch nicht nur Erwachsene würden von einer legalen Abgabe profitieren.

Zudem würde eine staatlich kontrollierte Abgabe, in Kombination mit passenden Präventionsmaßnahmen, problematischen Konsummustern bei Jugendlichen, wie im verlinkten Tagesschau-Artikel am Beispiel einer 15 Jährigen beschrieben, eher Einhalt gebieten als ein unkontrollierter Schwarzmarkt.

Und da in diesem Artikel vieles vermengt wird, möchten wir nochmals grundsätzlich festhalten:

Kein seriöser Legalisierungsbefürworter fordert die Legalisierung ohne gleichzeitig einen besseren Jugendschutz zu fordern - das wüsste auch die Redaktion der Tagesschau, würde sie sich mit unseren Positionen, speziell zu den Themen Gefahren des Cannabiskonsums und konsumierenden Jugendlichen, befassen.

Und was steckt hinter diesem “Turbo-Cannabis?”
Anstatt kritisch zu hinterfragen, warum es zu einer Steigerung des THC-Gehalts kam und ob nicht vielleicht die Prohibition selbst schuld an dieser Entwicklung ist, berichtet im Folgenden Michael Uhl, Leiter des LKA-Drogenlabors in Bayern, von seinen Erfahrungen. Laut Uhl lag der durchschnittliche THC-Gehalt bei Marihuana vor dreißig Jahren bei etwa einem Prozent.

“Die Superware, Jamaica-Gras, hatte vier Prozent”, so Uhl weiter. In der Tat war das oftmals Outdoor angebaute und nach Deutschland importierte Marihuana früher nicht so potent wie die heute überwiegenden Indoor-Züchtungen.

Was Uhl hier aber unterschlägt: Vor dreißig Jahren wurde überwiegend nicht Marijuana, sondern Haschisch konsumiert, welches auch damals bereits eine wesentlich höhere THC-Konzentration als das oft bemühte Hippie-Gras hatte.

Der Konsum von Haschisch war daher bis vor einigen Jahren auch wesentlich weiter verbreitet. Die Steigerung des THC-Gehaltes in den tatsächlich konsumierten Cannabisprodukten ist deshalb weit weniger gestiegen als es immer wieder in den Medien dargestellt wird, was entweder nicht in den Grundtenor des Artikels passt oder nicht recherchiert wurde.

Auftritt Thomasius
Rainer Thomasius behauptet, dass Cannabis aufgrund seines gestiegenen THC-Gehalts mittlerweile ein “hochpotentes Halluzinogen” mit der “Qualität von LSD” sei.

Setzte der Jugendpsychiater vor einiger Zeit hinsichtlich des Gefährlichkeitspotentials bei Cannabis auf den Vergleich mit Heroin, beschränkt sich der Hamburger nun auf die angeblich halluzinogene Wirkung von Cannabis und den immer mit Psychose verbundenen regelmäßigen Konsum.

Angesichts der Entwicklungen in Colorado ist er überzeugt, dass eine Legalisierung automatisch zu Sucht, Psychosen und Selbstmord führe. Auf welche Quellen er sich dabei beruft, entzieht sich unserer Kenntnis.

Laut uns vorliegenden Studien hat der Prohibitionsverfechter aber erneut eine selektive Auswahl getroffen, da er hier konsequent positive Entwicklungen nach der Legalisierung, beispielsweise die rückgängigen Zahlen jugendlicher Konsumenten, unter den Tisch fallen lässt.

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Quelle:
https://www.youtube.com/watch?v=dJxgMaA9Drw
https://hanfverband.de/nachrichten/blog/turbo-cannabis-eine-einordnung
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January 20 2020

Hart, aber nicht fair

Nach den zahlreichen Razzien in diversen Fachgeschäften im Laufe des vergangenen Jahres in ganz Deutschland entsteht der Eindruck, als wolle man gegen Shops, die CBD-Blüten oder Hanftee anbieten, bundesweit mit repressivsten Mitteln vorgehen, um Investoren abzuschrecken und so dem CBD-Boom auf diese Weise Einhalt zu gebieten.

Bemerkenswert ist hierbei, dass es Hanftees nach wie vor in vielen Teeläden, Reformhäusern, Bioläden und Drogerien zu kaufen gibt. Diese werden jedoch nicht ständig vom Zoll und/oder der Polizei heimgesucht. Bevorzugte Zielscheiben der Repressionisten sind szenenahe Shops. Hier offenbart sich die Willkür bei der Umsetzung der Vorschriften des BtMG.

Hanfbar-Prozess: Mehrjährige Haftstrafen gefordert

Unter dem Titel „Hanfbarprozess in Braunschweig: Müssen Betreiber ins Gefängnis?“ stand am 6. Januar 2020 in der Braunschweiger Zeitung, dass gegen die Hanfbar-Betreiber die Staatsanwaltschaft Haftstrafen von drei und von 2,5 Jahren fordere und somit Bewährung nicht möglich wäre. In dem Artikel heißt es, dass die beiden Männer Hanfblütentees aus Nutzhanf mit einem vergleichsweise geringen Anteil des verbotenen Wirkstoffs THC verkauft haben. Laut Staatsanwaltschaft ist der Verkauf dieser Tees an den Endkunden dennoch illegal, da der Missbrauch zu berauschenden Zwecken nicht ausgeschlossen werden könne.

Die Rechtslage

Cannabis (Marihuana, Pflanzen und Pflanzenteile der zur Gattung Cannabis gehörenden Pflanzen) ist in Anlage I zu § 1 Abs. 1 (nicht verkehrsfähige und nicht verschreibungsfähige Stoffe) des BtMG aufgelistet sowie auch in Anlage III zu § 1 Abs. 1 (verkehrsfähige und verschreibungsfähige Stoffe) des BtMG.

BtMG Cannabis

Ausgenommen vom Verbot des Umgangs mit Cannabis zu gewerblichen Zwecken ist Cannabis, wenn die Cannabispflanzen im Rahmen des gemeinsamen Sortenkataloges für landwirtschaftliche Pflanzenarten angebaut wurden oder wenn ihr Gehalt an Tetrahydrocannabinol 0,2 Prozent nicht übersteigt. Da diese Pflanzen zu Rauschzwecken nicht tauglich sind, kann ein Missbrauch zu Rauschzwecken ausgeschlossen werden. Der Genuss von Hanftee ist nicht berauschend und das gilt auch für den Konsum von CBD-Gras. Gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat CBD kein Missbrauchspotenzial.

Stellungnahme der Weltgesundheitsorganisation zu CBD

Auf seiner 40. Sitzung prüfte das Expertenkomitee für Drogenabhängigkeit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Berichte über die Wirkung von Cannabidiol und empfahl, das reines Cannabidiol nicht unter die Kontrollmaßnahmen der internationalen Abkommen zu stellen. Cannabidiol kommt in Cannabis und Cannabisharz vor, hat aber keine psychoaktive Eigenschaften und hat kein Missbrauchspotenzial und kein Abhängigkeitsvermögen. Es hat keine signifikanten negativen Auswirkungen. Cannabidiol hat sich bei der Behandlung von Krankheiten wie Epilepsie als wirksam erwiesen. Es wurde für diese Verwendung in den Vereinigten Staaten im Jahr 2018 als Medikament zugelassen und derzeit wird die Zulassung in der Europäischen Union geprüft. Aus dieser Erkenntnis erfolgte die Empfehlung:

„Das Expertenkomitee empfiehlt der Tabelle I des Übereinkommens über Betäubungsmittel von 1961 eine Fußnote mit dem folgenden Text hinzuzufügen: „Zubereitungen mit überwiegend Cannabidiol und nicht mehr als 0,2 Prozent delta-9-Tetrahydrocannabinol fallen nicht unter die internationale Kontrolle.

Beim Endkunden in Deutschland muss, anders als beim Produzenten, selbst ein theoretischer Missbrauch ausgeschlossen sein. Solchen schädlichen Aktionismus zu Unrecht besorgter Staatsanwälte könnte man nur Einhalt gebieten, indem der Gesundheitsminister und die Drogenbeauftragte das BtmG neu formulieren. Ersetzt man die Worte „einen Missbrauch zu Rauschzwecken ausschließen“ durch die Worte „kein Missbrauchspotenzial und kein Abhängigkeitsvermögen haben“ gemäß Einschätzung der WHO, wäre dem Treiben der fundamentalistischen Staatsanwälten schnell ein Ende bereitet. Der Bundesrat müsste dieser Änderung im Anhang I zu § 1 Abs. 1 noch zustimmen. Nur dann können Händler und Kunden von CBD-Blüten ähnliche Rechtssicherheit erhalten, wie es sie in einigen unserer Nachbarstaaten bereits gibt.

Die protektive Wirkung von Cannabidiol

Die protektive Wirkung von Cannabidiol ist der Drogenbeauftragten Daniela Ludwig durchaus bekannt, wie man im Drogen- und Suchtbericht der Drogenbeauftragten Seite 80 nachlesen kann:

Cannabidiol ist der zweite Hauptwirkstoff der Cannabispflanze, der anders und teilweise gegensätzlich wie THC wirkt. Positive Effekte konnten in einzelnen Studien an Patienten mit therapieresistenten Epilepsien oder Psychosen gefunden werden.

Im Abschnitt Steigender Wirkstoffgehalt bei Cannabis heißt es auf Seite 86:

Der Medianwert des THC für die Blütenstände lag 2018 bei 13,1 Prozent. Wenn die hochgezüchteten Cannabissorten zudem wenig oder kein Cannabidiol (CBD) enthalten, das die Wirkung des THC abmildern kann, steigt das Risiko für gesundheitliche Folgeschäden und die Entwicklung einer Abhängigkeit (Freeman et al., 2018; Yücel et al., 2016; Freeman et al., 2015).

In dem Drogen- und Suchtbericht fehlen jedoch die genauen Quellenhinweise. In dem Bericht gibt es kein Quellenverzeichnis und die genannten Quellen sind nicht verlinkt. Das ist für die Leserinnen und Leser des Berichts besonders ärgerlich, weil es mehrere Forscher mit dem Namen Freeman gibt, die zu THC und CBD forschen und publizieren.

Da gibt es den Forscher Tom P. Freeman, der unter anderem am King’s College in London tätig ist und diverse Studien zu THC und CBD veröffentlicht hat. 2015 erschien ein Studie unter dem Titel „Untersuchung des Profils von hochwirksamem Cannabis und seines Zusammenhangs mit der Schwere der Cannabisabhängigkeit“ (Examining the profile of high-potency cannabis and its association with severity of cannabis dependence). In der Studie heißt es:

Die Wirksamkeit von Cannabis wird in der Regel anhand der Konzentration von Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) beurteilt, dem psychoaktiven Hauptbestandteil von Cannabis. Die Cannabispflanze enthält jedoch viele andere Cannabinoide, insbesondere Cannabidiol (CBD). Diese anderen Cannabinoide (und möglicherweise andere als Terpenoide bekannte Pflanzenchemikalien) tragen zur Wirksamkeit bei, indem sie die Wirkungen von THC mildern. Beispielsweise kann CBD die Auswirkungen von THC in einer Reihe von Domänen blockieren oder dämpfen.

Und weiter heiß es in der Studie:

Es ist auch bemerkenswert, dass das Gedächtnis in dieser Studie die größte Sorge hinsichtlich des Cannabiskonsums aufwies, da dies auch das charakteristischste Merkmal von hochwirksamem Cannabis war. Dies steht im Einklang mit dem hohen THC- und dem niedrigen CBD-Profil von Skunk. Bei akuter Verabreichung führt THC zu robusten und dosisabhängigen Beeinträchtigungen des verbalen Gedächtnisses und diese Beeinträchtigungen können durch gleichzeitige Verabreichung von CBD gelindert werden. In ähnlicher Weise wurde Skunk als die mit Paranoia am stärksten assoziierte Cannabisart identifiziert. Dies steht im Einklang mit dem Beweis, dass die paranoia-induzierenden Wirkungen von THC auch durch CBD gehemmt werden können und dass der regelmäßige Gebrauch von Skunk mit einem erhöhten Risiko verbunden ist wie auch mit einem früheren Ausbruch von Psychosen, während Haschisch selbst bei täglichen Konsumenten diesbezüglich keine Rolle spielt.

Dann gibt es noch die Forscherin Abigail M. Freeman, die mit anderen unter anderem eine Studie veröffentlicht hat zum Thema „Wie beeinflusst Cannabidiol (CBD) die akuten Wirkungen von Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) beim Menschen? Eine systematische Überprüfung„. (How does cannabidiol (CBD) influence the acute effects of delta-9-tetrahydrocannabinol (THC) in humans? A systematic review.) Auf welche Studie sich die Passage im Drogen- und Suchtbericht bezieht, ist aus den Angaben im Bericht nicht ersichtlich.

Bei Yücel ist die Recherche leichter zu bewerkstelligen. Unter Yücel at al., 2016 ist eine Publikation zum Thema Hippocampus-Schäden, Schutz und Genesung nach regelmäßigem Cannabiskonsum (Hippocampal harms, protection and recovery following regular cannabis use) zu finden. In der Zusammenfassung der Studie heißt es:

Für jede Messung wurden drei Kurvenanpassungsmodelle über die gesamte Stichprobe getestet, um zu untersuchen, ob durch Cannabis bedingte Schäden am Hippocampus fortbestehen, durch CBD-Exposition minimiert (geschützt) oder durch langfristige Abstinenz wiederhergestellt werden können. Diese Analysen stützten ein Schutz- und Erholungsmodell für das Hippocampusvolumen und die N-Acetylaspartat. Weitere paarweise Analysen zeigten, dass Cannabiskonsumenten im Vergleich zu Kontrollen ein geringeres Hippocampusvolumen hatten. Benutzer, die CBD nicht ausgesetzt waren, hatten 11% geringere Volumina und 15% niedrigere N-Acetylaspartat-Konzentrationen. Benutzer, die CBD ausgesetzt waren, und frühere Benutzer unterschieden sich in keiner Hinsicht von der Kontrollgruppe. Der fortgesetzte Cannabiskonsum ist mit einer Schädigung der Gehirngesundheit verbunden, die durch die chronische Exposition gegenüber THC untermauert wird. Solche Schäden werden jedoch durch CBD minimiert und können mit längeren Abstinenzperioden behoben werden.

Weiter heißt es im Text zum Cannabiskonsum:

Die meisten negativen Wirkungen (z. B. Wahrnehmungsstörungen, Angstzustände und psychotische Erfahrungen) werden auf THC zurückgeführt, während CBD antipsychotische, anxiolytische und potenziell neuroprotektive Eigenschaften aufweist. […] Wir stellen fest: Es kann neurobiologische Schäden geben, die mit einer langfristigen und starken Cannabis-Exposition einhergehen; die Schäden würden jedoch bei Personen, die CBD-haltiges Cannabis verwenden, nicht auftreten.

Und in der Schlussfolgerung heißt es:

Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass nicht alle Cannabiskonsumenten schädliche Gehirn- und Verhaltensergebnisse aufweisen, weil CBD möglicherweise eine Rolle bei der Schadensminimierung spielt. In der Tat haben frühere Berichte nahegelegt, dass CBD die psychotischen und kognitiven Effekte von THC verbessern (im Sinne von mildern) könnte. Beispielsweise haben Teilnehmer, die mit CBD behandelt wurden, signifikant weniger psychogenetische und anxiogene Effekte von THC.

Fazit

Die Drogenbeauftragte Daniela Ludwig sollte nicht nur über Cannabis reden, sondern auch über eine völlig sinnlose und nicht selten doch recht willkürliche Repressionspolitik. Mit der zur Zeit praktizierten Vorgehensweise, kann man auch guten Willens nicht glauben, dass die fragwürdige Auslegung und Umsetzung von Vorschriften im BtMG dem Gesundheitsschutz dienen sollen. Hier ist ein Umdenken und akuter Handlungsbedarf von Nöten. Der Verkauf von CBD-Produkten sollte gefördert werden, da diese Produkte dem potenziellen Schaden, den THC-Produkte bei Konsumenten auslösen können, entgegenwirken.

Vergleiche hierzu in diesem Blog:

[17.12.2019] Haschisch und Marihuana im Vergleich

January 07 2020

say no to drugs
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December 18 2019

Speed ist die dreckigste Droge

In Deutschland ist der Wirkstoffgehalt von Speed (Amphetamin) im letzten Jahr leicht gestiegen, gleiches gilt auch für die Schweiz und die Niederlande. Dies geht aus dem Bericht Amphetamin Auswertung 2018 von Safer Party in Zürich sowie dem Jahresbericht der deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD, Workbook Drogenmärkte und Kriminalität) für das Jahr 2018 und dem Annual Report 2018 des Drugs Information and Monitoring System (DIMS) hervor. Die Berichte liefern umfangreiches Zahlenmaterial und Hintergrundinformationen zur Drogensituation in den einzelnen Ländern. In Deutschland ist Speed die dreckigste – am meisten gestreckte – Droge, die auf dem Schwarzmarkt erhältlich ist.

Obwohl Amphetamin auf dem Schwarzmarkt in Deutschland meistens sehr stark mit Streckmitteln versetzt ist, nahm die Zahl der Konsumenten in den letzten Jahren deutlich zu. Gemäß Jahresbericht der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD), Workbook Drogen, zeigt sich über den Zeitraum der letzten 25 Jahre bei Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 59 Jahren ein insgesamt ansteigender Trend des Amphetaminkonsums (12-Monats-Prävalenz) von 0,4 Prozent im Jahr 1990 auf 1,3 Prozent im Jahr 2018. Der Konsum von Amphetamin hat in den letzten 25 Jahren um mehr als das Dreifache zugenommen. Zum Vergleich: Der Kokainkonsum ist im selben Zeitraum von 0,3 % auf 1,2 % gestiegen, hat sich also vervierfacht. In Bezug auf Ecstasy war zwischen den Jahren 1995 und 2012 zunächst ein Rückgang von 0,8 % auf 0,4 % zu beobachten. Bis zum Jahr 2018 stieg die Prävalenz wieder auf 1,2 % an. Für alle drei Substanzen (Amphetamin, Kokain und Ecstasy) sind dies die höchsten Prävalenzwerte seit 1990.

Bei etwa 47 Prozent der Personen, die Speed innerhalb der letzten zwölf Monaten vor der Befragung konsumiert haben, beschränkt sich der Konsum auf maximal fünf Konsumgelegenheiten. Hier handelt es sich um Gelegenheitskonsumenten. Einen häufigen Konsum von mindestens hundert Gelegenheiten innerhalb der letzten zwölf Monaten gaben 17 Prozent der Amphetaminkonsumierenden an.

Wirkstoffgehalte in analysierten Proben

Weit über zehn Jahre lag der Amphetamingehalt in analysierten Proben von auf dem Schwarzmarkt in Deutschland stammenden Speed nahezu kontinuierlich zwischen fünf und zehn Prozent. Ab dem Jahr 2012 setzte dann ein Aufwärtstrend ein, wie auf der folgenden Grafik zu sehen ist.

Durchschnittliche Wirkstoffgehalte in als Amphetamin deklarierte Proben – Zeitreihe 1996 bis 2018 für Deutschland. Datenquelle: DBDD.

Der in Deutschland seit 2012 bestehende Trend zu höheren Wirkstoffgehalten hat sich 2016 nicht fortgesetzt. Der Medianwert lag 2016 bei 13,8 Prozent und ist gegenüber dem Vorjahr leicht gefallen (2015: 14,6 Prozent). Im Jahr 2017 ist er weiter gefallen und lag bei 12,1 Prozent um dann 2018 wieder zu steigen. 2018 lag der Wirkstoffgehalt bei 13,9 Prozent.

Folgende Häufigkeiten wurden bei den Streckmitteln festgestellt: Wie im vergangenen Jahr dominiert als wichtigster Zusatzstoff Coffein mit einer Häufigkeit von 98 Prozent. Bei den Verschnittstoffen ragen Lactose (8 Prozent), Kreatin/Kreatinin (2 Prozent) und Mannit (1 Prozent) etwas heraus. Als Grundlage für die Auswertung 2018 dienten 3.315 Datensätze

Der Amphetamingehalt der analysierten Proben variierte stark. Neben den bekannten Nebenwirkungen stellen der stark variierende Amphetamingehalt, die Syntheseverunreinigungen und die Streckmittel ein Gesundheitsrisiko dar. Es ist optisch nicht erkennbar, wie hoch der effektive Amphetamingehalt der jeweiligen Probe ist und deshalb besteht die Gefahr einer Überdosierung. Dies gilt insbesondere für Konsumenten aus Deutschland, die in der Schweiz Urlaub machen, da sie es aufgrund des niedrigen Wirkstoffgehaltes in Deutschland gewohnt sind, richtig fette Linien zu legen. In der Schweiz war der Wirkstoffgehalt von Amphetaminproben im Jahr 2018 mehr fast viermal so hoch wie in Deutschland. In den Niederlanden war er mehr als dreimal so hoch.

Durchschnittliche Wirkstoffgehalte in als Amphetamin deklarierte Proben in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden – Zeitreihe 2012 bis 2018. Datenquellen: DBDD, Safer Party, Trimbos Instituut.

In der Schweiz ist der Wirkstoffgehalt in Amphetaminproben fast viermal so hoch wie in Deutschland, in den Niederlanden mehr als dreimal so hoch. Touristen aus diesen Ländern in Deutschland werden enttäuscht sein über die miserable Qualität hierzulande.

Speedpreise in Deutschland

Die Preise für Speed (Amphetamin) pendelten in den letzten Jahren im Straßenhandel in Deutschland zwischen zehn und 14 Euro. Im Jahr 2018 kostete ein Gramm Speed in Deutschland durchschnittlich 11,30 Euro, 60 Cent weniger als im Vorjahr.

Amphetaminpreise im Straßenhandel in Deutschland – Zeitreihe der Preise in Euro pro Gramm von 2005 bis 2018. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, Drogenmärkte und Kriminalität.

Bei der Betrachtung der oben stehenden Grafik kann man sehen, dass die Preise von Amphetamin in Straßenhandel in Deutschland in den letzten Jahren durchschnittlich bei 12,30 Euro lagen und die Ausschläge nach unten und oben nie größer als zwei Euro waren respektive stets innerhalb der Bandbreite von 15 Prozent vom Mittelwert lagen. Man kann so den Eindruck gewinnen, dass die Preise relativ stabil seien. Betrachtet man jedoch die Preise, die für den effektiven Amphetamingehalt bezahlt werden, so zeigt es sich, dass die Preise ganz erheblichen Schwankungen unterworfen sind. Der durchschnittliche Preis lag hier bei etwa 157 Euro, der tiefste Preis mit 81 Euro lag somit knapp 50 Prozent darunter, der höchste Preis mit 237 Euro lag somit etwa 50 Prozent darüber.

Übersicht über die Entwicklung der Preise pro Gramm für den eigentlichen Wirkstoff Amphetamin (ohne die beigefügten Streckmittel) als Zeitreihe von 2005 bis 2018. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, Drogenmärkte und Kriminalität.

In Deutschland kostete 2018 ein Gramm Speed in Straßenqualität mit durchschnittlich 13,9 Prozent Wirkstoffgehalt im Schnitt 11,30 Euro. Somit kostete ein Gramm des reinen Wirkstoffs Amphetamin in Deutschland etwa 81 Euro. In den Niederlanden kostete ein Gramm Speed in Straßenqualität 7,50 Euro mit durchschnittlich 48 Prozent Wirkstoffgehalt, was einem Preis von etwa 15,60 Euro für ein Gramm reines Amphetamin entspricht. Amphetamin ist in Deutschland auf dem Schwarzmarkt somit mehr als fünfmal so teuer wie in den Niederlanden.

Was den Schwarzmarkt mit Amphetamin anbelangt, so stellt das Bundeskriminalamt (BKA) im Bundeslagebild Rauschgift 2018 fest, dass 81 Prozent der Tatverdächtigen im Zusammenhang mit sogenannten „Rauschgift-Handelsdelikten“ deutsche Staatsangehörige waren. Der Reinheitsgrad der angebotenen Ware betrug gerade einmal 13,9 Prozent. Der Schwarzmarkt mit Kokain wird von Ausländern dominiert, mit einem Anteil von 58 Prozent der Tatverdächtigen. Der Reinheitsgrad der angebotenen Ware betrug 77 Prozent. Und der Preis pro Gramm für den eigentlichen Wirkstoff Kokain (ohne die beigefügten Streckmittel) lag im letzten Jahr bei 91,30 Euro. Bezogen auf den Wirkstoffgehalt war Kokain nur 13 Prozent teurer als Amphetamin. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Methamphetamin – Qualität und Preise

Methamphetamin (Crystal) ist im Straßenhandel weit weniger gestreckt als Amphetamin. 2018 lag der durchschnittliche Wirkstoffgehalt bei 65,6 Prozent, 2018 lag dieser Wert noch bei 72 Prozent, ein Jahr zuvor bei 73 Prozent. Beim „Ziehen“ einer zu fetten Linie Methamphetamin kann es sehr leicht zu unangenehmen und manchmal auch gefährlichen Überdosierungen kommen, da Methamphetamin schon in kleineren Dosierungen viel stärker und auch viel länger als Amphetamin (in weit größeren Dosierungen) wirkt. Methamphetamin ist etwa fünfmal so wirkungsintensiv wie Amphetamin.

In Deutschland war Methamphetamin bis 1988 unter dem Markennamen Pervitin als Fertigarzneimittel in Apotheken erhältlich, wobei die Dosis pro Tablette bei 3 Milligramm lag. Sogenannte Thaipillen enthalten oft die zehnfache Wirkstoffdosis einer Pervitin-Tablette. Bis zum 1. März 2008 waren sowohl Amphetamin als auch Methamphetamin in Deutschland verschreibungsfähige Betäubungsmittel (Anlage III BtMG). Aufgrund der 21. Betäubungsmittelrechts-Änderungsverordnung (21. BtMÄndV) vom 18. Februar 2008 (in Kraft getreten am 1. März 2008) ist Methamphetamin durch Umstufung von Anlage III (verkehrsfähige und verschreibungsfähige Stoffe) in Anlage II (verkehrsfähige, aber nicht verschreibungsfähige Stoffe) zu § 1 BtMG heute in Deutschland nicht mehr verschreibungsfähig, Amphetamin ist demgegenüber nach wie vor verschreibungsfähig.

Methamphetamin kostete 2018 in Deutschland im Straßenhandel durchschnittlich 84,00 Euro, im Jahr davor lag der Preis bei durchschnittlich 78,00 Euro. Bezogen auf den Wirkstoffgehalt bezahlte man in Deutschland im Straßenhandel 2018 etwa 119 Euro für ein Gramm Methamphetamin (ohne Streckmittel), im Jahr davor lag der Preis noch bei 108 Euro. Methamphetamin ist auf dem Schwarzmarkt in Deutschland teurer geworden, der Reinheitsgrad hat dabei gegenüber dem Vorjahr abgenommen. Betreffend Methamphetamin waren 83 Prozent der Tatverdächtigen im Zusammenhang mit sogenannten „Rauschgift-Handelsdelikten“ deutsche Staatsangehörige.

Safer Sniffing

Wer Drogen konsumiert, sollte die Risiken kennen. Die Risiken liegen oft nicht in den pharmakologischen Eigenschaften der Substanzen begründet, sondern in der Art der Einnahme. So weiß fast jeder Fixer, dass der gemeinsame Gebrauch von Spritzbestecken ein hohes Infektionsrisiko mit sich bringt. Doch die wenigsten Menschen, die Kokain oder Speed schnupfen, wissen, dass auch der gemeinsame Gebrauch von Schnupfutensilien ebenfalls ein Infektionsrisiko darstellt. Es gilt analog zu „Safer Sex“ und „Safer Use“ die Praxis zu „Safer Sniffing“ zu beachten.

Psychotrope Substanzen, die geschnupft werden, bleiben an den Membranen der Schleimhäute kleben, wo sie sich sehr schnell auflösen und vom Körper absorbiert werden, um dann durch die feinen Adern, die sich dort befinden, direkt ins Blut zu gelangen. Das Blut transportiert dann die Substanzen ins Gehirn, wo diese ihre Wirkung zur Entfaltung bringen. Jeder Schnupfvorgang trocknet die empfindlichen Schleimhäute aus. Um größere Schäden beim Schnupfen zu verhindern, gibt es mehrere Verhaltensregeln, um das Risiko eines Schaden zu vermindern (harm reduction). Diese Regeln haben viele Gemeinsamkeiten mit den Regeln von „Safer Sex“ und „Safer Use“. Beim „Safer Sex“ gilt vor allem die Regel, dass beim sexuellen Akt ein Kondom benutzt, beim „Safer Use“ gilt, dass bei der intravenösen Applikation von psychotropen Substanzen niemals das gleiche Spritzbesteck von mehreren Personen gebraucht werden sollte, um das Risiko einer Infektion zu minimieren. Analog gilt, dass beim „Safer Sniffing“ niemals das gleiche Schnupfröhrchen von mehreren Personen gebraucht werden sollte, da beim gemeinsamen Gebrauch des selben Schnupfröhrchens Krankheitserreger von Mensch zu Mensch übertragen werden können. Deshalb: Kein gemeinsames Benutzen von Röhrchen oder Banknoten beim Sniffen!

Safer Sex“ ist mit gewissen Einschränkungen von Sexualpraktiken verbunden. Es gibt Menschen, die nicht gewillt sind, solche Einschränkungen hinzunehmen und auf den Genuss, der mit solchen Praktiken verbunden ist, zu verzichten. Diese Menschen gehen ein hohes gesundheitliches Risiko ein, sowohl für sich selbst als auch für andere. „Safer Sniffing“ ist mit keiner Minderung des Genusses beim Drogengebrauch verbunden. Es gibt also keinen vernünftigen Grund, auf „Safer Sniffing“ zu verzichten. „Safer Sniffing“ mindert das Risiko, sich mit einer Infektionskrankheit anzustecken wie auch das Risiko, andere Menschen zu infizieren. Deshalb sollte die Praxis von „Safer Sniffing“ zur Regel respektive zur Gewohnheit werden. Quadratische Notizzettel (unbedruckte lose Blätter für Zettelbox) gibt es in jedem Schreibwarengeschäft für wenig Geld zu kaufen und sind für den einmaligen Gebrauch als Ziehröhrchen bestens geeignet. Weitere Safer-Use-Hinweise siehe: Fachinformation: Speed (Amphetamin, Methamphetamin).

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December 17 2019

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Haschisch und Marihuana im Vergleich

Die Wirkstoffgehalte werden in Deutschland für jede Cannabiszubereitung (Kraut, Blüten und Haschisch) getrennt erfasst und jährlich ausgewertet und im November oder Dezember des Folgejahres veröffentlicht. Die Bestimmung des THC-Gehalts erfolgt auf der Basis der Beschlagnahmungen von Tausenden von Proben Marihuana (Kraut und Blütenstände) und Haschisch durch die Labore von Bundeskriminalamt, Landeskriminalämter und Zollbehörden. Bei den gemeldeten Wirkstoffgehalten wird das bei thermischer Belastung zusätzlich entstehende Tetrahydrocannabinol (THC) mit berücksichtigt.

Wirkstoffgehalte in Haschisch und Marihuana

Der Wirkstoffgehalt (THC-Gehalt) von Haschisch war während langer Zeit relativ konstant respektive bewegte sich in einer relativen engen Bandbreite zwischen 6,7 Prozent und 8,4 Prozent. Im Jahr 1997 – seit diesem Jahr werden die Statistiken für Cannabiszubereitungen veröffentlicht – lag der durchschnittliche THC-Gehalt von Haschisch in Deutschland bei 7,2 Prozent, im Jahr 2006 lag dieser bei 6,7 Prozent. In den folgenden Jahren stieg der THC-Gehalt von Haschisch in Deutschland nahezu kontinuierlich an. Im Jahr 2018 war dieser mit 16,7 Prozent weit mehr als doppelt so hoch wie im Jahr 2006. Dies entspricht einer Zunahme des THC-Gehaltes in Haschischproben von knapp 150 Prozent innerhalb von etwas mehr als einem Jahrzehnt.

Seit dem Jahr 2006 werden die THC-Gehalte von Kraut und Blütenstände separat in den Statistiken aufgelistet. Von Interesse sind hier die Blütenstände, da diese vornehmlich zu Entspannungs- und zu Rauschzwecken genutzt werden. Im Schnitt enthielten die Blüten im Jahr 2006 ein THC-Gehalt von 10,6 Prozent. Im Jahr 2018 enthielten diese nach einer langsamen kontinuierlichen Zunahme in den letzten Jahren 13,1 Prozent. Dies entspricht einer Zunahme des THC-Gehaltes in Proben von Blütenständen von knapp 24 Prozent innerhalb von etwas mehr als einem Jahrzehnt. Die Dynamik der Steigerung des THC-Gehaltes war in den letzten Jahren bei Haschisch viel stärker ausgeprägt als bei Marihuana. Bis zum Jahr 2014 enthielten die Blütenstände deutlich mehr THC als Haschisch, im Jahr 2015 waren die THC-Gehalte etwa auf gleichem Niveau und in den Folgejahren waren die THC-Gehalte von Haschisch immer und zunehmend höher als die von Marihuana. Im Jahr 2018 machte der Unterschied 3,6 Prozentpunkte aus.

Die Grafik zeigt den durchschnittlichen THC-Gehalt von Haschisch (blaue Linie) und Marihuana (grüne Linie) in Deutschland als Zeitreihe von 1997 bis 2017. Ab dem Jahr 2006 werden die Daten für Marihuana aufgeschlüsselt nach Blüten (rote Linie) und Kraut (violette Linie) dargestellt. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, ab 2015 Workbook Drogenmärkte und Kriminalität.

Die grüne Linie in der oben stehenden Grafik zeigt den durchschnittlichen Wirkstoffgehalt von Marihuana. Der Ausreißer nach oben im Jahr 2004 ist vorwiegend auf einer Veränderung der statistischen Methode zurückzuführen, die in den Jahren 2004 bis 2006 stattfand. In die Berechnung des Wirkstoffgehalts von Marihuana fließen ab dem Jahr 2006 (teilweise schon ab dem Jahr 2004) die Werte von Cannabiskraut und Blütenständen im Verhältnis zur jeweiligen Anzahl der Proben ein. Von 2004 (10,8 Prozent) bis 2007 (7,4 Prozent) sank der mittlere THC-Gehalt im Marihuana kontinuierlich. Zwischen 2007 und 2008 gab es allerdings keine Veränderung, in den folgenden zwei Jahren wurde eine leicht Erhöhung festgestellt. Ab dem Jahr 2011 werden nur noch die Werte von Blüten und Kraut mitgeteilt.

Das Trimbos Institut in den Niederlanden untersucht jedes Jahr den THC-Gehalt des in den Coffeeshops verkauften Cannabis. Hierzu werden 50 zufällig ausgewählte Coffeeshops besucht und deren Umsatz durch diese Kaufaktion gesteigert. Getestet werden die jeweils stärksten und populärsten Sorten niederländischen Grases wie auch Gras aus dem Ausland (Importware) und von Haschisch aus dem In- und Ausland. Dann werden aus diesen Werten Durchschnittswerte ermittelt. Dieses Jahr ist der Wert der populärsten Sorten mal wieder gesunken. Im Winter 2018/2019 lag der durchschnittliche Gehalt an THC mit 16,7 Prozent etwas niedriger als im Vorjahr, wo es noch 16,8 Prozent waren. Im Jahre 2004 – also vor fünfzehn Jahren – erreichte der Wert einen Höchststand von 20,4%. Innerhalb von fünfzehn Jahren sank somit der durchschnittliche THC-Gehalt der populärsten Cannabissorten in den Niederlanden um etwa einem Fünftel (-18,1 Prozent). Die zahlen gelten für das sogenannte „Nederwiet“. Der Name „Nederwiet“ ist abgeleitet von dem niederländischen Wort „Nederland“ und dem niederländischen Wort „wiet“, was soviel heißt wie Gras (engl. weed).

In der folgenden Grafik ist Entwicklung des THC-Gehaltes von 2000 bis 2019 für niederländisches Gras (Nederwiet), importiertes Gras, niederländisches Haschisch und importiertes Haschisch dargestellt. Da nur wenige Coffeeshops niederländisches Haschisch zum Verkauf anbieten, ist die Zahl der untersuchten Proben viel kleiner als beim Nederwiet, was Ursache der großen Schwankungen des THC-Gehaltes beim niederländischen Haschisch in einigen Jahren ist.

Die Grafik zeigt den jährlich ermittelten Duchschnittswert des THC-Gehaltes der populärsten Sorten von „Nederwiet“, der importierten Grassorten sowie der inländischen und importierten Haschischsorten in den Niederlanden als Zeitreihe von 2000 bis 2019. Datenquellen: Trimbos Instituut; Jellinek Instituut.

In den Niederlanden stieg der durchschnittliche THC-Gehalt von Proben von importierten Haschisch von 14,9 Prozent im Jahr 2014 auf 24,8 Prozent im Jahr 2019. Auch in Frankreich wurde ein massiver Anstieg des THC-Gehaltes Festgestellt. Dieser lag in den 90er Jahren im Schnitt bei 6,9 Prozent, zwischen 2001 und 2010 bei 9,2 Prozent und zwischen 2011 und 2016 bei 18,2 Prozent. Anzumerken ist hier, dass die klassischen Sorten in der letztgenannten Periode durchschnittlich einen THC-Gehalt von 13 Prozent enthielten, neu gezüchtete Sorten (vor allem aus Marokko)) einen durchschnittlichen THC-Gehalt von weit mehr als 20 Prozent enthielten. Durch die Entwicklung von Sinsemilla-Saatgut erlebte der Cannabisanbau eine wahre Revolution.

Sinsemilla – Pflanzen ohne Samen

Das meiste Cannabis, das auf der Welt produziert und konsumiert wird, ist Marihuana (mexikanisches Spanisch), in Indien und in der Karibik Ganja genannt, in den USA Weed genannt (was nichts anderes heißt als Unkraut) und hierzulande spricht man von Gras. Marihuana besteht aus den getrockneten Blüten der weiblichen Cannabispflanze, da die männlichen Pflanzen viel weniger THC enthalten. Da weibliche Cannabispflanzen am meisten nachgefragt werden, um die Marihuana zu produzieren, und da reguläre Cannabissamen ungefähr 50% männliche und 50% weibliche Pflanzen produzieren, kreuzten in den frühen 1970er Jahren qualifizierte nordamerikanische und europäische Erzeuger mexikanische Cannabispflanzen mit Pflanzen aus Kolumbien, Jamaika, Thailand und Indien und begannen mit der Produktion von Sinsemilla-Pflanzen (samenlos auf Spanisch), indem sie alle männlichen Pflanzen von ihren Feldern entfernten und nur die unbefruchteten (daher kernlosen) weiblichen Pflanzen zurückließen.

Cannabisblüte ohne Samen – Foto gemeinfrei

Der Anbau von Sinsemilla-Pflanzen markierte den Beginn eines langen und komplexen Modernisierungsprozesses in der Cannabisindustrie, der die Schaffung des ersten modernen Cannabishybrids, des Skunk, beinhaltete. Samenloses Cannabis tauchte in den neunziger Jahren immer häufiger auf, als die Verwendung von Stecklingen auf breiter Ebene eingeführt wurde und es den Züchtern gelang, nur weibliche Pflanzen durch Klone zu produzieren. Das Klonen hat den Anbau von Cannabis radikal verändert, indem es Sinsemilla-Anbau für Hobbygärtner praktisch überall auf der Welt möglich und rentabel machte.

Die Verfügbarkeit von samenlosen Marihuana stieg nach 1999 weiter an, als es der selektiven Zucht (in den Niederlanden) gelang, „rein weibliche“ Cannabis-Samen zu produzieren, die mehr als 95% weibliche Pflanzen hervorbringen und die Herstellung von Cannabis ohne Samen erleichterten, sofern der Anbau außerhalb der Reichweite von männlichen Pollen in der Luft erfolgte. In den letzten Jahrzehnten hat sich der Cannabisanbau zu einem wirklich globalen Phänomen entwickelt. Der Indoor-Anbau moderner potenter Hybriden ist nun überall auf der Welt sowohl drinnen als auch draußen möglich, auch außerhalb günstiger klimatischer Bedingungen, solange ein zuverlässiges Stromnetz zur Verfügung steht.

Haschisch – ein Kulturgut mit langer Tradition

Das traditionsreichste Cannabisprodukt in Europa ist Haschisch (Arabischen für Gras) oder Cannabisharz genannt: eine mehr oder weniger biegsame pastöse Substanz (je nach Zubereitung und Umgebungstemperatur), die durch Komprimieren der Trichome (THC-haltige Drüsenhaare) aus den Blüten der weiblichen Cannabispflanze erhalten wird. Haschisch kann durch zwei unterschiedliche Verfahren hergestellt werden. In Marokko oder auch im Libanon werden die Harzdrüsen der Cannabisblütenstände nach der Ernte und Trocknung der Pflanze durch ein Dresch- und Siebverfahren gesammelt. Die Blütenteile, die unter dem ersten und feinsten Sieb gesammelt werden, ergeben dann das Haschisch der besten Qualität. Die feinen stark von Harz durchsetzten Teile werden dann einfach gepresst. Das zweite Sieb ist dann gröber und ergibt die zweitbeste Qualität, u.s.w.

Es ist möglich, dass die Technik ursprünglich aus Afghanistan importiert wurde, wo auch heute noch gesiebtes Haschisch produziert wird. In Afghanistan wird das gesiebte Harz jedoch – anders als in Marokko und im Libanon – mehrmals erhitzt und geknetet, bevor es gepresst und von Hand gewalzt wird. Dieser Prozess wird heute manchmal maschinell durchgeführt.

Die andere Technik, die nur in einigen Teilen Asiens angewendet wird, ist das Reiben mit der Hand: Sie ist weitaus weniger technisch als das Sieben. Sie besteht darin, die Blütenstände zwischen den Handflächen und den Fingern hin und her zu reiben, bis sich das Harz auf der Haut ansammelt. Das Harz wird dann mit den Fingern von der Haut abgekratzt und zu einer Kugel geknetet. Das so hergestellte Produkt wird Charas genannt. Ein solcher Prozess findet nur in Indien (mit Ausnahme von Kaschmir, wo gesiebtes Haschisch erzeugt wird) und Nepal statt.

Die klassischen Haschischsorten aus Asien werden nach wie vor aus den Blüten traditioneller Pflanzenarten gemacht. Anders in Marokko, wo zunehmend neue Züchtungen aus den Niederlanden, Belgien, Spanien und der Schweiz angepflanzt werden. Deshalb hat Haschisch aus Marokko heute ein wesentlich höherer THC-Gehalt als noch vor zehn oder zwanzig Jahren; dies ist somit bei den asiatischen Haschischsorten (noch) nicht der Fall.

Tetrahydrocannabinol (THC) – Cannabidiol (CBD)

THC ist das bekannteste Cannabinoid. THC ist vor allem für die psychoaktive Wirkung verantwortlich, es stimuliert Teile des Gehirns, was die Freisetzung von Dopamin verursacht – was wiederum ein Gefühl der Euphorie und des Wohlbefindens bewirkt. THC hat auch eine analgetische Wirkung, es lindert die Symptome von Schmerzen und Entzündungen. THC verursacht ein großartiges Gefühl der Entspannung.

CBD ist ein kaum bis gar nicht psychotrop wirkendes Cannabinoid, das die Wirkungen von THC reduziert und reguliert. Je größer der CBD-Anteil im Vergleich zum THC-Anteil ist, desto klarer bleibt man nach dem Konsum im Kopf. Beim Konsum von Hanfprodukten (Haschisch, Marihuana) bewirkt ein hoher CBD-Anteil und ein entsprechend niedriger THC-Anteil eine eher sedierende, ein niedriger CBD-Anteil und ein hoher THC-Anteil eine eher anregende Wirkung. Das Verhältnis von THC zu CBD, die THC-CBD-Ratio, gibt Auskunft über die protektive Wirkung des CBD. Je größer dieser Wert ist, desto kleiner ist die protektive Wirkung des CBD.

Ein Faktor, der das Auftreten einer Psychose unter Cannabis beeinflussen kann, ist der Gehalt an THC und dem antipsychotischen CBD. Je weniger THC in Relation zum CBD-Gehalt in den Cannabisblüten enthalten ist, desto geringer erscheint die Wahrscheinlichkeit, dass durch den Konsum dieser Blüten eine Psychose ausgelöst wird. Diese Relation wird durch die THC-CBD-Ratio gekennzeichnet.

Haschisch aus Marokko enthielt kurz vor der Jahrtausendwende im Schnitt ein THC-Gehalt von etwa 8 Prozent und ein CBD-Gehalt von etwa 4 Prozent. Zu dieser Zeit hatte die THC-CBD-Ratio den Wert 2. Im Jahr 2016 hatte Haschisch aus Marokko im Schnitt ein THC-Gehalt von 23 Prozent und ein CBD-Gehalt von 4 Prozent. Die THC-CBD-Ratio war 2016 etwa zweieinhalb mal so groß wie vor der Jahrtausendwende und hatte den Wert von etwa 5,5. Im Vergleich dazu hat traditionelles Haschisch aus dem Libanon eine THC-CBD-Ratio zwischen 0,5 und 0,8, da libanesisches Haschisch mehr CBD als THC enthält.

Wie groß die Unterschiede zwischen der Häufigkeit einer hohen und einer niedrigen THC-CBD-Ratio in verschiedenen Cannabisprodukten ist, kann aus den folgenden zwei Abbildungen entnommen werden, die in dem Jahresbericht 2018/2019 THC-concentraties in wiet, nederwiet en hasj in Nederlandse coffeeshops von Sander Rigter und Matthijs Bossong für das Trimbos Instituut veröffentlicht wurden. Die erste Abbildung zeigt die Analysenergebnisse von niederländischen Grassorten (Nederwiet) und die darauf folgende Abbildung die Ergebnisse der Analysen von in den Niederlanden importierten Haschischsorten.

Die Grafik zeigt die THC- und CBD-Werte für niederländische Grassorten (Nederweit), die vom Trimbos Instituut in den letzten zehn Jahren (2010 bis 2019) in Coffeeshops gekauft und analysiert wurden. Grafik: Trimbos Instituut.

Zieht man eine Diagonale vom 0/0-Punkt durch das unterste Rechteck und verlängert die Diagonale durch die weiteren Rechtecke, dann haben alle Werte, die durch die Punkte angegeben sind und oberhalb der Diagonale liegen, eine THC-CBD-Ratio, die größer als zwei ist. Entsprechend sind die Punkte unterhalb der Diagonalen die Analysenergebnisse von Proben, die eine THC-CBD-Ratio haben, die kleiner als zwei ist. Bei genauerer Betrachtung der Grafik erkennt man schnell, dass die meisten Analysen von Proben stammen, deren THC-CBD-Ratio größer als acht ist, da die meisten Punkte oberhalb einer Diagonalen des Rechtecks 0/0-Punkt – 40% THC – 5% CBD liegen.

Die Grafik zeigt die THC- und CBD-Werte für importierte Haschischsorten, die vom Trimbos Instituut in den letzten zehn Jahren (2010 bis 2019) in Coffeeshops gekauft und analysiert wurden. Grafik: Trimbos Instituut.

Aus der Grafik ist ersichtlich, dass viele Proben eine THC-CBD-Ratio in der Größenordnung von zwei aufweisen, die meisten Proben liegen im Bereich zwischen der THC-CBD-Ratio eins und drei. Die Zahl der Proben mit einer sehr hohen THC-CBD-Ratio bei importierten Haschisch hat jedoch in den letzten fünf Jahren zugenommen, wie ein Vergleich mit einer analogen Darstellung des Trimbos Instituuts aus dem Jahr 2014 zeigt. Dies ist vor allem auf den steigenden THC-Gehalt von Haschisch aus Marokko zurück zu führen.

Preise von Haschisch und Marihuana

Die Preise, die im Straßenhandel in Deutschland für ein Gramm Haschisch bezahlt wurden, haben sich im Zeitraum von 2002 bis 2018 um etwas über 50 Prozent erhöht. Bei Marihuana lag der Preisanstieg im gleichen Zeitraum bei etwas über 40 Prozent. Die jährlich Entwicklung der Preise sind in der folgenden Grafik dargestellt.

Der Grafik zeigt die Straßenhandelspreise in Euro pro Gramm Haschisch und pro Gramm Marihuana in Deutschland als Zeitreihe von 2002 bis 2018. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, ab 2015 Workbook Drogenmärkte und Kriminalität.

Zum Vergleich: Eine Fahrt mit der Deutschen Bahn (Normalpreis) mit einer Entfernung von 101 Kilometer kostete im Jahr 2002 genau 14,00 Euro, im Dezember 2019 kostete eine solche Fahrt 23,80 Euro. Dies entspricht einer Preissteigerung um 70 Prozent. Bei kurzen Fahrten von nur 10 Kilometer war die Preissteigerung noch höher. 2002 kostete eine Fahrt von 10 Kilometer 1,60 Euro, Anfang Dezember 2019 waren dafür 3,10 Euro zu bezahlen. Dies entspricht einer Preissteigerung um 94 Prozent. Die Preise der Deutschen Bahn sind seit 2002 signifikant stärker gestiegen als die Preise für Haschisch und Marihuana.

Wert des THC-Gehaltes

Der THC-Gehalt von Haschisch ist seit 2002 stärker gestiegen als der Preis, den man für dieses Cannabisprodukt im Straßenhandel zahlen musste. Erhielt man im Jahr 2002 pro bezahlten Euro für Haschisch im Schnitt 11,9 Milligramm THC, so waren es im Jahr 2018 ganze 18,8 Milligramm. In den Jahren 2010 und 2011 gab es pro bezahlten Euro für Haschisch nur 9,6 Milligramm THC, im Jahr 2016 waren es 16,3 Milligramm. Gemessen am THC-Gehalt und den bezahlten Preise für Haschisch ist in Deutschland der „Haschischrausch“ seit 2010 deutlich günstiger geworden, wie man der unten stehenden Grafik entnehmen kann.

Die Grafik zeigt die THC-Menge in Milligramm, die man pro bezahlten Euro in Straßenhandel in Deutschland für Haschisch und Marihuana erhält. Zeitreihe von 2002 bis 2018. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, ab 2015 Workbook Drogenmärkte und Kriminalität, eigene Berechnungen.

Bei Marihuana kann kein eindeutiger Trend festgestellt werden. Die erhaltene Menge an THC pendelte in den letzten Jahren innerhalb der Bandbreite zwischen 11,4 Milligramm und 15,0 Milligramm THC pro bezahlten Euro und lag 2018 bei 12,8 Milligramm.

Vergleiche hierzu in diesem Blog

[04.02.2012] THC-Gehalt – Joints von damals und heute
[13.07.2015] Die protektive Wirkung von Cannabidiol

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December 14 2019

Stabile Kokainpreise

Am 7. November 2019 wurde der Jahresbericht der deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) für das Jahr 2018 veröffentlicht. Der Bericht liefert umfangreiches Zahlenmaterial und Hintergrundinformationen zur Drogensituation in Deutschland. Die Preise und Reinheitsgehalte der auf dem Schwarzmarkt gängigen Drogen sind in dem Workbook Drogenmärkte und Kriminalität enthalten.

Handel und Schmuggel

Gemäß Bundeslagebild 2018 des Bundeskriminalamtes (BKA), das am 30. September 2019 veröffentlicht wurde, wird der Handel mit Kokain in Deutschland vorwiegend von Ausländern bewerkstelligt. Von insgesamt 3.839 Tatverdächtigen waren 2018 – wie im Vorjahr – rund 42 Prozent deutsche Staatsangehörige. Unter den 2.222 nichtdeutschen Tatverdächtigen dominierten türkische (13 Prozent), vor albanischen (12 Prozent) und libanesischen (7 Prozent) Staatsangehörigen.

Nachdem im Jahr 2017 – insbesondere aufgrund einzelner Großsicherstellungen in Häfen – mit rund 8 Tonnen eine Rekordsicherstellungsmenge von Kokain in Deutschland verzeichnet wurde, belief sich die Gesamtsicherstellungsmenge nach polizeilichen Erkenntnissen im Berichtsjahr auf gut 5 Tonnen. Nach dem Vorjahr stellt dies die bislang zweitgrößte Gesamtsicherstellungsmenge von Kokain in Deutschland dar. Nachdem bereits 2017 in Antwerpen und Rotterdam, den Haupteinfallstoren für Kokain aus Südamerika nach Europa, insgesamt rund 46 Tonnen Kokain sichergestellt wurden, meldeten die genannten Häfen für das Jahr 2018 mit insgesamt rund 70 Tonnen einen neuerlichen Sicherstellungsrekord. Die Beschlagnahmung von solch großen Mengen hatte jedoch keine Auswirkungen auf den Schwarzmarkthandel. Es wurden deswegen keine Lieferengpässe und auch keine Preissteigerungen beobachtet. Und auch die Reinheit des gehandelten Kokains hat deswegen nicht abgenommen. Drogenhändler berichten, dass die Beschlagnahmungen den Handel nicht stärker beeinträchtigen täten, als Ladendiebstähle den Handel mit anderen Konsumgütern.

Die Reinheit von Kokain im Zeitvergleich

Im Straßenhandel zeigte sich in den letzten Jahren eine signifikante Erhöhung des Wirkstoffgehaltes von Kokain. Vor zwei Jahrzehnten pendelte der Wirkstoffgehalt von im Kleinhandel angebotenen Kokain in Deutschland gemäß Jahresberichte der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) zwischen 40 Prozent und 50 Prozent. Nach der Jahrtausendwende sank der Wirkstoffgehalt bis zum Jahr 2006. Kokain kam damals mit einem Wirkstoffgehalt von durchschnittlich 24,6 Prozent in den Straßenhandel. Seit dem hat sich der Wirkstoffgehalt mehr als verdreifacht und lag im Jahr 2018 bei durchschnittlich 77,0 Prozent.

Übersicht über die Entwicklung der Wirkstoffgehalte für Kokain in Deutschland als Zeitreihe von 1996 bis 2018 (blaue Linie) und in der Schweiz von 2007 bis 2018 (rote Linie). Datenquellen: DBDD: Jahresberichte, Drogenmärkte und Kriminalität; Safer Party Zürich.

In der Schweiz enthielten 2018 über 60 Prozent der untersuchten Proben einen Wirkstoffgehalt von mehr als 80 Prozent, gut 20 Prozent einen solchen zwischen 60 und 80 Prozent. Der Kokaingehalt der analysierten Proben variierte stark und lag zwischen 2,3 Prozent und 100,0 Prozent Kokain-HCl (HCl = Hydrochlorid). Der durchschnittliche Wirkstoffgehalt lag 2018 bei 77,8 Prozent. Der durchschnittliche Wirkstoffgehalt der im DIZ und bei den mobilen Drug-Checkings getesteten Kokainproben lag im dritten Quartal 2019 bei 81,7 Prozent Kokain-HCl. Im Verglich zu 2018 entspricht dies einer Zunahme von 5 Prozent. Da seit ein paar Jahren nur noch minimale Unterschiede bezüglich der Reinheit von Kokain in Deutschland und der Schweiz bestehen, kann davon ausgegangen werden, dass auch in Deutschland die Reinheit im Jahr 2019 nicht abgenommen, sondern eher zugenommen hat.

Im dritten Quartal 2019 waren in der Schweiz 34,9 Prozent aller Kokainproben, welche im DIZ oder bei den mobilen Drug-Checkings zur Analyse abgegeben wurden, mit mindestens einer pharmakologisch wirksamen Substanz gestreckt. Am Häufigsten wurde Levamisol (25,6 Prozent der Proben) und Phenacetin (5,8 Prozent) beigemischt. Des Weiteren wurden Lokalanästhetika (1,6 Prozent) und Koffein (7,4 Prozent) analysiert. 65,2 Prozent enthielten keine pharmakologisch wirksame Streckmittel.

Preisentwicklung von Kokain im Straßenhandel

Im Jahr 2018 lag in Deutschland der durchschnittliche Preis für ein Gramm Kokain in Straßenqualität bei 70,30 Euro. Im Vergleich zu 2003 lagen die Preise pro Gramm Kokain in Deutschland im Straßenhandel im Jahr 2018 etwa 17 Prozent über dem Preis von 2003, wobei die Qualität respektive der Reinheitsgrad besser respektive höher war als 2003. In diesem Zeitraum betrug die Teuerung (Inflationsrate) insgesamt gemäß Angaben des Statistischen Bundesamtes Statista etwas mehr als 24 Prozent. Der Kleinhandelspreis für Kokain in Straßenhandelsqualität stieg somit deutlich weniger stark an als die allgemeine Teuerung im gleichen Zeitraum. In den Jahren 2017 und 2018 sind die Preise im Vergleich zum jeweiligen Vorjahr sogar etwas gesunken. In der folgenden Grafik sind die Preise für Kokain im Straßenhandel als Zeitreihe von 2003 bis 2018 dargestellt.

Kokainpreise im Straßenhandel in Deutschland – Zeitreihe der Preise in Euro pro Gramm von 2003 bis 2018. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, Drogenmärkte und Kriminalität.

Zum Vergleich: In den Niederlanden lag gemäß des Trimbos-instituut 2018 der durchschnittliche Preis für ein Gramm Kokain in Straßenqualität bei 49,30 Euro. In den letzten Jahren schwankte dort der Preis für ein Gramm Kokain in Straßenqualität zwischen 52,70 Euro im Jahr 2014 und 48,75 Euro im Jahr 2016. Auf dem niederländischen Schwarzmarkt herrscht bezüglich Kokain Preisstabilität mit kleinen Schwankungen, obwohl in den Hafenstädten Antwerpen und Rotterdam im Jahr 2018 vom Zoll etwa 70 Tonnen Kokain beschlagnahmt wurden. Solche Beschlagnahmungen haben offensichtlich keinen Einfluss auf das Marktgeschehen.

Kokainpreise bezogen auf den Wirkstoffgehalt

Da das Kokain im Straßenhandel heute mehr Wirkstoff enthält als in den vergangenen Jahren, erhält man heute im Straßenhandel mehr Kokain und weniger Streckmittel für sein Geld. Deshalb ist es von Interesse, wie viel man eigentlich für den eigentlichen Wirkstoff Kokain bezahlt. Hier zeigt es sich, dass man heute mehr Stoff für weniger Geld erhält.

Übersicht über die Entwicklung der Preise pro Gramm für den eigentlichen Wirkstoff Kokain (ohne die beigefügten Streckmittel) als Zeitreihe von 2003 bis 2018. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, Drogenmärkte und Kriminalität.

Im Vergleich zum Jahr 2003 zahlte man beim Straßenhändler im Jahr 2018 deutlich weniger für ein Gramm Wirkstoff Kokain – durchschnittlich nur etwa halb so viel. Im Jahr 2018 zahlte man in Deutschland wie auch im Vorjahr im Schnitt 91,30 Euro für ein Gramm Wirkstoff Kokain-HCl. De facto ist Kokain also in den letzten Jahren deutlich billiger geworden. Der Preis für eine Fahrkarte für Bus und Bahn zum Drogenhändler ist hingegen in der Zwischenzeit in Berlin um 33,3 Prozent teurer geworden. Das Ticket kostete im Jahr 2003 nur 2,10 Euro, heute bezahlt man dafür 2,80 Euro, ab 1. Januar 2020 sogar 2,90 Euro.

Safer Sniffing

Was nur wenige wissen: Auch das Teilen von Sniff-Utensilien wie Röhrchen oder Banknoten kann gefährlich sein. Schon kleine Verletzungen in der Nasenschleimhaut, welche gerade beim Sniffen durch scharfkantige Röhrchen entstehen können, genügen, um sich beispielsweise mit dem Hepatitis-Virus oder Herpes zu infizieren. Deshalb: Kein gemeinsames Benutzen von Röhrchen oder Banknoten beim Sniffen!

Alkohol + Kokain => Cocaethylen

Die Kombination von Kokain und Alkohol wird in gewissen Gesellschaftsschichten nicht selten bei festlichen Anlässen (Hochzeitstagen, Geburtstagsfeiern, Firmenjubiläen) den geladenen Gästen angeboten. Da solche Anlässe zumeist mit einem alkoholischen Aperitif (Apéro) beginnen und das Kokain erst nach dem Konsum alkoholischer Getränke offeriert wird, ist mit einer verstärkten Wirkung des Kokains zu rechnen und zudem macht sich der Alkoholrausch bei den Gästen (wie auch bei den Gastgebern) nicht so stark bemerkbar, da eine Einnahme von Kokain nach dem Konsum von Alkohol zur Bildung der Substanz Cocaethylen im Körper führt. Cocaethylen hemmt die Wiederaufnahme von Dopamin in gleicher Weise wie Kokain und es kommt zu einer deutlichen Verstärkung und Verlängerung der Wirkung des Kokains auf die vitalen Funktionen, zu einer Steigerung des Aktivitätsdrangs und zu einer Minderung des Alkoholrausches. Konsumiert man hingegen zuerst das Kokain und trinkt erst eine Weile später alkoholische Getränke, tritt dieser Effekt kaum ein.

Cocaethylen ist ein Metabolit von Kokain, der während des Mischkonsums von Kokain und Alkohol in der Leber gebildet wird. Cocaethylen hat ähnliche Effekte wie Kokain, hat aber eine längere Halbwertszeit und ist toxischer. Die Halbwertszeit von Kokain beträgt etwa eine Stunde, die von Cocaethylen etwa zwei stunden und die von Benzoylecgonin (Metabolit von Kokain wie auch von Cocaethylen) beträgt etwa fünf Stunden. Alkohol (Ethanol) bewirkt in der Leber eine Hemmung (Inhibition) der Umwandlung von Kokain zu Benzoylecgonin (ein pharmakologisch nicht wirksamer Stoff, der mit dem Urin ausgeschieden wird), was einen höheren Kokainspiegel im Blut zur Folge hat. Studien zeigen, dass Cocaethylen  die pharmakologische Wirkung von Kokain erhöht: Es kommt zu additiver euphorisierender und kardiovaskulär-toxischer Wirkung (erhöhte Herzfrequenz, erhöhter Blutdruck). Außerdem verringert sich die durch Alkohol bewirkte Sedierung, der Cortisolspiegel steigt höher an, als nach Kokainkonsum ohne Alkoholkonsum. Durch die längere Halbwertszeit von Cocaethylen und die gleichzeitige Hemmung der Umwandlung von Kokain zu Benzoylecgonin durch den Alkohol, ist der Metabolit Benzoylecgonin deutlich länger im Blut nachweisbar als nach dem alleinigen Kokainkonsum (ohne Alkoholkonsum).

Der Mischkonsum von Alkohol und Kokain stört gemäß diverser Studien auch die körpereigene Thermoregulation, was zu Todesfällen durch Hyperthermie führen kann, insbesondere wenn der Konsum in einem heißen Klima und bei höheren Umgebungstemperaturen getätigt wird. Der Mischkonsum von Alkohol und Kokain ist für viele eine Kombination der Wahl, doch sollte dies nicht zu einer alltäglichen Gewohnheit werden, denn bei weit mehr als der Hälfte der kokainabhängigen Personen, die sich deswegen medizinisch behandeln lassen, kann eine Alkoholabhängigkeit diagnostiziert werden. Alkohol wird oft konsumiert, um das Unbehagen zu lindern, das aus dem Nachlassen der Wirkung von Kokain resultiert. Die größten akuten Risiken, die man bei häufigem gleichzeitigen Konsum von Alkohol und Kokain eingeht, sind plötzliche Herzprobleme wie ein Herzstillstand oder ein Herzinfarkt und Herzrhythmusstörungen.

Parcelsus (Philippus Aureolus Theophrastus Bombastus von Hohenheim) war Arzt, Alchemist, Mystiker und Philosoph. Unter dem Titel Die dritte Defension wegen des Schreibens der neuen Rezepte schrieb er in Septem Defensiones im Jahr 1538 den oft von ihm zitierten Satz: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, dass ein Ding kein Gift sei.“ Ein altbekanntes deutsches Sprichwort bringt es analog und sinngemäß mit vier Wörtern genauso auf den Punkt: „Zuviel zerreißt den Sack.

December 13 2019

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December 12 2019

Immer mehr Wirkstoff in Ecstasytabletten

Zum Jahresende anlässlich der Wintersonnenwende, Weihnachten, Silvester und Neujahr wird viel gefeiert, sowohl privat wie in Clubs. Dabei wollen viele Menschen ihre Eindrücke mittels Partydrogen verstärken. Besonders beliebt ist hierbei auch Ecstasy. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, da der Wirkstoffgehalt in den bunten Partypillen in den letzten Jahren massiv gestiegen ist.

Viele hochdosierte Pillen im Umlauf

In Deutschland hat der Wirkstoffgehalt in Ecstasytabletten in den letzten Jahren massiv zugenommen. Im Jahr 2006 enthielten in Deutschland die untersuchten Proben im Schnitt 57 Milligramm MDMA-HCL. Im Jahr 2018 waren es 162 Milligramm, also enthielten die Pillen 2018 etwa dreimal so viel Wirkstoff wie 2006. Auch die neuesten Ergebnisse der Analysen aus der Schweiz bestätigen den in ganz Europa zu beobachtenden Trend. Im Jahr 2018 enthielten die Ecstasytabletten durchschnittlich 165,6 Milligramm MDMA-HCL, vier Prozent mehr als im Vorjahr und weit mehr als das Doppelte als vor zehn Jahren respektive 43 Prozent mehr als vor fünf Jahren. Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung in Deutschland seit 1995 sowie in der Schweiz seit 2007.

Die Grafik zeigt als Zeitreihe die Entwicklung des MDMA-HCL-Gehaltes von Ecstasytabletten von 1995 bis 2018 in Deutschland sowie den durchschnittlichen Wirkstoffgehalt in Ecstasytabletten in der Schweiz als Zeitreihe von 2007 bis 2018. Datenquellen: DBDD, Safer Party Zürich

Der Wirkstoffgehalt in Ecstasytabletten wird in Deutschland vom Bundeskriminalamt (BKA) und von der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) stets in MDMA-Base angegeben. Die Daten für Deutschland wurden hier für die bessere Vergleichbarkeit von MDMA-Base in MDMA-HCL umgerechnet. Der Umrechnungsfaktor beträgt 1 zu 1,189.

Ecstasytabletten, die mehr als 120 Milligramm Wirkstoff enthalten, gelten als hochdosiert, Tabletten mit mehr als 200 Milligramm Wirkstoff als extrem hochdosiert. Im Jahr 2018 enthielten 72,6 Prozent aller in der Schweiz getesteten Ecstasytabletten mehr als 120 Milligramm Wirkstoff. Und fast jede dritte getestete Pille (30,2 Prozent) enthielt im Jahr 2018 mehr als 200 Milligramm Wirkstoff, war also extrem hoch dosiert. Vor zehn Jahren enthielt keine einzige Pille soviel Wirkstoff.

Extrem hochdosierte Ecstasytabletten mit mehr als 200 Milligramm Wirkstoff; Fotos von Safer Party in Zürich

Auch in den Niederlanden stieg der Wirkstoffgehalt von Ecstasytabletten in den letzten Jahren massiv an. Im Jahr 2018 enthielten in den Niederlanden die untersuchten Proben im Schnitt 171 mg MDMA-HCL, das sind knapp 40 Prozent mehr als vor sechs Jahren. Im Jahr 2018 enthielten 72 Prozent der untersuchten Ecstasypillen mehr als 150 Milligramm MDMA-HCL und nur 5 Prozent der Proben enthielten weniger als 100 Milligramm Wirkstoff. Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung in den Niederlanden seit 2012.

Die Grafik zeigt als Zeitreihe die Entwicklung des MDMA-HCL-Gehaltes von Ecstasytabletten von 2012 bis 2018 in Niederlanden als Zeitreihe. Datenquelle: Drugs Information and Monitoring System (DIMS) – Trimbos-instituut

Preisentwicklung von Ecstasy im Straßenhandel

Im Jahr 2018 kostete eine Ecstasytablette im Straßenhandel in Deutschland durchschnittlich etwa 7,10 Euro, das sind 7,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Jahr 2006 wie auch in den Jahren 2009 bis 2011 lag der durchschnittliche Preis jeweils bei etwa 6,60 Euro. Seit dieser Zeit ist der durchschnittliche Pillenpreis um 7,5 Prozent gestiegen. Im Vergleich zu den 90er Jahre des letzten Jahrhunderts ist der Preis jedoch gefallen. Mitte der 90er Jahre kostete eine Ecstasypille im Straßenhandel in Berlin 20 DM (Deutsche Mark), umgerechnet also etwa 10 Euro. Seit dieser Zeit ist der Pillenpreis um etwa 29 Prozent gefallen. In den Niederlanden kostet eine Ecstasytablette im Schnitt 4,10 Euro. Dieser Durchschnittspreis ist in den letzten drei Jahren konstant geblieben. Ein Gramm MDMA-HCL in Puderform (zerriebene Kristalle) kostet in den Niederlanden seit Jahren im Schnitt zwischen 20,00 Euro und 20,15 Euro – das sind acht Portionen zu 125 Milligramm.

Ecstasypreise im Straßenhandel in Deutschland – Zeitreihe der Preise in Euro pro Pille von 2006 bis 2018. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, Drogenmärkte und Kriminalität.

Bezogen auf den Wirkstoffgehalt sind die Preise nicht gestiegen, sondern massiv gefallen. Kosteten im Straßenhandel 100 mg MDMA-HCL im Jahr 2006 noch durchschnittlich 11,58 Euro, so waren es 2018 nur noch 4,38 Euro. Das entspricht einem Preisrückgang um mehr als 60 Prozent. Auch im Vergleich zu den 90er Jahre des letzten Jahrhunderts ist ein deutlicher Preisrückgang festzustellen. Im Bundesdurchschnitt enthielten die Ecstasypillen im Jahr 1996 etwa 87 mg MDMA-HCL und kosteten 20 DM oder umgerechnet etwa 10 Euro. Der Preis für 100 mg MDMA-HCL lag damals bei etwa 11,50 Euro und somit etwa gleich hoch wie zehn Jahre später.

Übersicht über die Entwicklung der Preise pro 100 Milligramm für den eigentlichen Wirkstoff MDMA-HCL (ohne die beigefügten Streckmittel) als Zeitreihe von 2006 bis 2018. Datenquelle: DBDD: Jahresberichte, Drogenmärkte und Kriminalität.

Vergleicht man die Entwicklung der Bierpreise auf dem Oktoberfest in München von 1996 bis heute mit den Preisen von MDMA-HCL auf dem Schwarzmarkt, dann stellt man fest, dass sich die Bierpreise in dieser Zeit mehr als verdoppelt haben während die Preise für MDMA-HCL sich im gleichen Zeitraum mehr als halbiert haben. Im Jahr 1996 kostete eine Maß Bier auf dem Oktoberfest zwischen 9,80 DM und 10,50 DM, im Schnitt also 10,15 DM oder umgerechnet etwa 5,08 Euro. Im Jahr 2019 kostete eine Maß Bier auf dem Oktoberfest zwischen 10,80 Euro und 11,80 Euro, im Schnitt also 11,30 Euro. Dies entspricht einer Preissteigerung von 122 Prozent.

Ephylon-Warnung

In Frankreich und England wird vermehrt vor Ephylon (N-Ethylpentylon, β-keto-ethylbenzodioxolylpentanamin, βk-ethyl-K, βk-EBDP) gewarnt. Es wird seitens der Organisation Techno+ in Paris von größeren Problemen und Todesfällen berichtet. Auch die Organisation The Loop in Manchester (UK) berichtete vom Auftauchen dieser Substanz in kristalliner Form auf dem Boomtown Festival und warnte eindringlich vor dem Konsum. Mittels Drug-Checking können Pillen, die statt des erwarteten Stoffes (z.B. MDMA) eine andere Substanz enthalten (z.B. Ephylon), ausfindig gemacht werden. Drug-Checking ist eine effektive Interventionsstrategie zur Schadensminderung. Weitere Informationen zum Drug-Checking in Europa findet man in den Berichten von der internationalen und interdisziplinären Konferenz reduse2018 in Wien.

Aktuelle Pillenwarnungen findet man im deutschsprachigen Raum auf den Webseiten von Safer Party in Zürich (wird jeden Freitag am späten Nachmittag aktualisiert), Checkit! in Wien (wird nach jedem vor Ort Drug-Checking aktualisiert) und Drogenarbeit Z6 in Innsbruck (wird nach Bedarf aktualisiert, meistens zweimal pro Monat). Safer-Use-Hinweise zum Ecstasygebrauch siehe: Fachinformation: Ecstasy.

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December 11 2019

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December 06 2019

Drug-Checking

Drug-Checking ist eine Interventionsstrategie zur Erhaltung der Gesundheit, da die genaue Kenntnis von Dosierung und Wirkstoffzusammensetzung einer Droge den potentiellen Gebrauchern derselben das objektiv bestehende Gefahrenpotenzial vergegenwärtigt und somit eine klare Grundlage für die subjektive Risikoabschätzung vor der eventuellen Einnahme schafft. Drug-Checking fördert somit den Lernprozess zu einem verträglichen Risikomanagement.

Beim Drug-Checking werden Partydrogen im Labor qualitativ und quantitativ auf Wirkstoffgehalte und auf die Gesundheit gefährdende Verunreinigungen hin getestet, um im Falle des Auftauchens extrem gefährlicher Schwarzmarktprodukte die Konsumenten z.B. durch Flugblätter (Flyer) oder online mit einer entsprechenden Warnung zu informieren. Drug-Checking ist ein Instrumentarium zum Schutz von Gesundheit und Leben.

Da bei den ersten Drug-Checking-Programmen vornehmlich Ecstasy-Pillen analysiert wurden, hat sich auch der Begriff Pill-Testing eingebürgert. Heute werden beim Drug-Checking nicht nur Pillen, sondern oft auch Pulver und manchmal auch Flüssigkeiten und Pappen zur Analyse eingereicht. Somit ist Drug-Checking ein Oberbegriff für Pill-Testing.

1988: Erstes Drug-Checking in den Niederlanden

Das erste Pill-Testing-Programm für die Partyszene wurde von August de Loor (Stichting Adviesburo Drugs) in Amsterdam im Jahr 1988 initialisiert und etabliert. Das Drug-Checking wurde anonym für jeden Interessierten durchgeführt, egal ob es sich um Konsumenten, Dealer oder illegale Drogenproduzenten handelte. Mittels Nummer und Codenamen gelangte die Information an den Antragsteller, wahlweise telephonisch, schriftlich oder im persönlichen Gespräch. De Loor verfolgte eine Präventionsstrategie, die an den Bedürfnissen der Menschen orientiert ist. Eine dieser Strategien war die Safe House Campagne.

Ab April 1989 haben auch die Alcohol- en Drugpreventie Amsterdam (IADA) und das Jellinekcentrum in Amsterdam Pillen zur Analyse entgegengenommen. Die Analysen wurden im Labor des Universitätsklinikums durchgeführt. Bis 1991 wurden die Resultate veröffentlicht, wobei bei den Proben nicht nur das Aussehen der Pillen und die Inhaltsstoffe bekanntgegeben wurden, sondern auch die Herkunft der Pillen in Bezug auf den Status der Überbringer:

Konsument
Kleinhändler (recreatief handelaar)
Zwischenhändler (middenniveauhandelaar)
Großhändler (laagniveauhandelaar)
Produzent

Brachten Dealer verunreinigte oder gefährliche Pillen zum Drogentest, wurden sie nach der Herkunft der Tabletten befragt, respektive damit beauftragt, dass der Lieferant sich mit dem Büro von August de Loor in Verbindung setzen kann. Nannte ein Dealer den Namen seines Lieferanten im Büro von August de Loor (das gleiche galt auch zum Beispiel für das Jellinekzentrum), so hatte das keinerlei juristische Konsequenzen, weder für den Dealer, noch für den Lieferanten. Alle Informationen wurden vertraulich behandelt.

Die Strategie von August de Loor lautete: „Je höher man in der Dealerhierachie ankommt, um so größer ist die Chance, dass bestimmte schlechte Pillen vom Markt verschwinden, denn jeder Dealer kann die Drogen mit dem Verweis auf den Test seinem Lieferanten zurückgeben und gegen andere austauschen. Schließlich wird der Abnehmer vom Hersteller (Produzent) die Ware dem Hersteller zurückbringen und dieser wird sich bemühen müssen, saubere Ware herzustellen, wenn er im Geschäft bleiben will.

Mit der Einführung eines von der niederländischen Regierung finanzierten nationalen MonitoringSystems Anfang der 90er Jahre wurde die Informationspolitik geändert. Nun erhielten nur noch die Überbringer der Proben die Resultate der Analysen, veröffentlicht wurden nur noch Warnungen, das heißt, Resultate von Analysen, die nicht dem erwarteten Ergebnis entsprachen. (Quellen: Drug-Checking in den Niederlanden – Ergebnisse einer Informationsreise von »Eve & Rave« vom 15. bis 17. März 1995; Sonics-Netzwerk – Jahrestreffen in Leipzig vom 25. bis 27. April 2008, Referat von Hans Cousto: 20 Jahre Pill-Testing)

Hinweis: Einige Links (Verweise) in den PDF-Dateien auf andere PDF-Dateien auf den Seiten von www.eve-rave.net funktionieren nicht mehr. Auf der Seite Downloads findet man die korrekten Links. Weitere Informationen zum Drug-Checking findet man in der Pressemitteilung vom 8. September 2005 zum Drug-Checking: Entwicklung, Durchführung, Ergebnisse, Nutzen und Nutzung.

1995: Drug-Checking-Programm von Eve & Rave Berlin

Im Jahr 1995 begann in Berlin der Verein zur Förderung der Party- und Technokultur und zur Minderung der Drogenproblematik, Eve & Rave, ein eigenes Drug-Checking-Programm zu installieren. Im Gegensatz zum niederländischen Modell veröffentlichte Eve & Rave regelmäßig die Ergebnisse der Analysen in Listen und machte so die Informationen öffentlich zugänglich. Um zu erfahren, was die einzelnen Pillen für Wirkstoffe enthielten, musste man nicht eine Beratungsstelle aufsuchen wie in den Niederlanden, sondern jedermann konnte selbst eine Pillenidentifizierung anhand der öffentlichen Listen vornehmen. Des weiteren wurden die Analysenresultate von Eve & Rave Berlin regelmäßig bei der Informationszentrale gegen Vergiftungen der Universität Bonn über Internet der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Leitmotiv dieser Handlungsweise war die Förderung der Eigenkompetenz, das heißt durch Anregung zum selbständigen Handeln das Bewusstsein der Eigenverantwortlichkeit zu fördern, das Selbstvertrauen zu steigern und so das Selbstbewusstsein zu festigen. Ziel des Drug-Checking-Programms von Eve & Rave war nicht nur die Minderung der gesundheitlichen Risiken für Drogengebraucher, sondern auch die Förderung der Drogenmündigkeit, die mit zunehmenden Maße eine Reduzierung der Notwendigkeit von Fürsorge durch das Drogenhilfesystem zur Folge hat.

Superman Pille mit PMMA Superman Pille mit PMMA

Im Januar 1995 beschloss der Verein Eve & Rave, in Berlin ein Drug-Checking-Programm für betäubungsmittelverdächtige Substanzen, die auf der Straße und in Klubs als Ecstasy-Pillen und -Kapseln feilgeboten wurden, durchzuführen. Zur Durchführung des Drug-Checking-Programms, bei dem zusätzlich auch die Auswirkung des Drogenkonsums auf die Szene durchleuchtet werden sollte, wurde von Helmut Ahrens im Auftrag des Eve & Rave e.V. in Gründung (war noch nicht im Vereinsregister eingetragen und somit nicht geschäftsfähig) eine Vereinbarung mit der Medizinischen Fakultät (Charité) der Humboldt-Universität zu Berlin (Institut für Gerichtliche Medizin, Abteilung für Toxikologische Chemie) getroffen, die Analytik von Ecstasy-Pillen für den Verein durchzuführen. Im Februar 1995 lief das erste autonome Drug-Checking-Programm in Deutschland an, am 30. September 1996 musste das Programm aufgrund staatlicher Repressionsmaßnahmen wieder eingestellt werden.

Für einen Zeitraum von knapp 20 Monaten gab es in Berlin ein in der Szene gut integriertes Drug-Checking-Programm. Dies führte zu einem regen Informationsfluss von der Szene in akademische Kreise, insbesondere in Kreise der Forschung und Wissenschaft, anderseits aber auch zu einem ebenso regen Informationsfluss in umgekehrter Richtung. Das heißt, das DrugChecking-Programm beflügelte den Informationsaustausch zwischen Drogenkonsumenten und Drogenforschern. Mit dem von Amtes wegen erzwungenen Abbruchs des Programms ebbte dieser Informationsfluss weitgehend wieder ab.

Gut drei Monate nach dem Start des Drug-Checking-Programms wurde von Amtes wegen im Mai 1995 Strafanzeige gegen Unbekannt in Sachen Drug-Checking erstattet und Ermittlungen gegen verschiedene Mitglieder des Vereins Eve & Rave e.V. Berlin seitens des Landeskriminalamtes(LKA) eingeleitet. Über 20 Monate ermittelte das LKA gegen mehrere Mitglieder des Vereins. Im Januar 1997 waren dann die Ermittlungen abgeschlossen. Erst zehn Monate nach dem Abschluss der Ermittlungen beim LKA erhob dann die Staatsanwaltschaft I bei dem Landgericht Berlin im November 1997 Anklage gegen drei beschuldigte Mitglieder des Vereins Eve & Rave. Vier Monate später, im März 1998, wurde den drei Angeschuldigten dann die Anklageschrift durch das Amtsgericht Tiergarten mitgeteilt. Zwischen dem Zeitpunkt der Strafanzeige und dem Zeitpunkt der Mitteilung der Anschuldigungen lagen somit fast drei Jahre. Nach einem weiteren Jahr, im März 1999 wussten dann die drei Angeschuldigten durch Beschluss des Landgerichtes Berlin, dass sie sich im Rahmen ihrer Tätigkeit bei dem Drug-Checking-Programm nicht strafbar gemacht hatten und nicht gegen geltendes Recht verstoßen hatten. (Quelle: Das Drug-Checking-Programm von Eve & Rave e.V. Berlin Chronologie des Programms und der staatlichen Repressionsmaßnahmen gegen das Drug-Checking-Programm von Eve & Rave)

Über zwei Jahrzehnte Stillstand in Deutschland

Inzwischen gibt es in mehr als zwei Duzend Ländern in Europa Drug-Checking-Programme, nur leider zählt Deutschland nicht dazu, wie man unlängst auf der Konferenz Stadt nach Acht erfahren konnte. Es gab zwar diverse Initiativen zur Wiedereinführung von Drug-Checking-Programmen, wie die Drug-Checking-Initative Berlin Brandenburg und auch Veranstaltungen hierzu im Roten Rathaus in Berlin. Die Fachtagung Drug-Checking vom 13. November 2008 im Roten Rathaus von Berlin ist auf PSI-TV.de dokumentiert.

Ecstasy-Pillen Pillenbilder von Ecstasy-Pillen

Auch politische Parteien bemühten sich schon seit vielen Jahren um eine Wiedereinführung von Drug-Checking zu ermöglichen. So stellten im Juni 2010 die Abgeordneten Dr. Harald Terpe, Birgitt Bender, Katrin Göring-Eckardt, Sven-Christian Kindler, Maria Klein-Schmeink, Markus Kurth, Lisa Paus, Elisabeth Scharfenberg, Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, Josef Philip Winkler und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Deutschen Bundestag den Antrag die Gesundheitliche Risiken des Drogengebrauchs verringern mittels Drug-Checking zu ermöglichen (Drucksache 17/2050), der jedoch keine Mehrheit fand. Im Sommer 2011 bekundete die Bundesregierung auf einer Anfrage der Partei DIE LINKE, „dass es ein „Drug-Checking“ grundsätzlich nicht als geeignete Maßnahme des Gesundheitsschutzes, der gesundheitlichen Prävention oder einer Schadensminderung ansieht. Dabei wurde hervorgehoben, dass ein „Drug-Checking“ den Konsumierenden eine vermeintliche Sicherheit vorspiegelt und diesbezügliche Untersuchungen keineswegs die gesundheitliche Unbedenklichkeit einer Probe bestätigen, da sie z. B. wenig über Zusammensetzung, Wirkstoffgehalt und gesundheitsgefährdende Beimischungen oder Verunreinigungen in weiteren, nicht getesteten (Teil-)-Einheiten aussagen.“ (Drucksache 17/7006)

Neue Einsichten und Hoffnungen

Das Ärzteblatt verkündete am 5. Dezember 2019, dass die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), unter dem Titel Drogenbeauftragte offen für genauere Prüfung von Partydrogen-Checks sei. „Drug-Checking ist eine Möglichkeit der Schadensminimierung und des Gesundheitsschutzes, die wir genauer in den Fokus nehmen müssen“, sagte die CSU-Politikerin gestern nach einem Besuch bei einem Projekt in Innsbruck (Österreich).

Extrem hoch dosierte Ecstasy-Pillen Extrem hoch dosierte Ecstasy-Pillen

Das Das Nachrichtenportal für Brandenburg berichtete am 6. Dezember 2019 allerdings unter dem Titel Starttermin von geplantem Partydrogen-Check weiter offen, dass die von Rot-Rot-Grün in Berlin geplante offizielle Stelle, bei der Konsumenten ihre Partydrogen überprüfen lassen können, weiter auf sich warten lasse. Ein Starttermin für das sogenannte Drug-Checking könne noch nicht genannt werden, teilte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Gesundheit auf Anfrage mit. „Derzeit laufen vor allem Absprachen mit möglichen Testlaboren.

Im Deutschlandfunk – Nova-Sendung vom 04. Dezember 2019 – wurde unter dem Titel Drogen-Checks – Risiko bei Drogenkonsum reduzieren über Drug-Checking berichtet. Menschen nehmen Drogen, das ist offensichtlich nicht komplett zu verhindern. Dass Menschen schlechte Drogen nehmen, dagegen will die Methode des Drug-Checking etwas tun. In der Sendung kamen außer dem Moderator drei Experten zu Wort: Karl Schubert-Kociper von Checkit! Wien, Tibor Harrach vom Drugchecking Projekt Berlin und Felix Betzler von der Charité. Auf die Frage des Moderators, wann das Drug-Checking-Projekt wirklich starte, nannte Tibor Harrach die Jahreszahlen 2020 oder 2021. Man bedenke, Eve & Rave in Berlin, eine Szeneorganisation, brauchte 1995 keine zwei Monaten von der Idee Drug-Checking bis zur Absprache mit dem Testlabor und der Veröffentlichung der ersten Testresultate.

Siegessäule berichtete am 03. Dezember 2019 unter dem Titel Neues Modellprojekt „Drug Checking“ , dass sich das Projekt auch an schwule Chemsex-User richte. Was die Ziele sind und an welche Grenzen das Projekt stößt, wurde am 3. Dezember 2019 im Rahmen einer Podiumsdiskussion erörtert. Dort wurde das Drug-Checking-Projekt im Rahmen einer offenen Veranstaltung in der RAW-Bar Crack Bellmer vorgestellt. Zur Podiumsdiskussion waren Projektkoordinator und Pharmazeut Tibor Harrach, Vertreter der Clubcommission Berlin, eine Sprecherin der Suchtberatungsstelle Vista und Vertreter der Linksfraktion Berlin eingeladen. Tibor Harrach erläuterte unter anderem, wie das Drug-Checking ab 2020 in der Praxis ablaufen wird.

Vor mehr als einem Jahr konnte man lesen, dass das Modellprojekt Drug-Checking gestartet habe, jetzt heißt es wohl erst in 2020 oder 2021. Am 1. November 2018 berichtete zwar die Pharmazeutische Zeitung unter dem Titel Berlin – Modellprojekt zum Drug Checking gestartet, dass in Berlin ein solches Projekt gestartet habe. Wörtlich heißt es in dem Artikel: „Nach jahrelangen Überlegungen will Berlin Testmöglichkeiten für Drogen wie Ecstasy-Pillen schaffen. Ein Modellprojekt zum sogenannten Drug Checking starte am Donnerstag, teilte ein Sprecher der Gesundheitsverwaltung auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.“ Diese Meldung aus der Gesundheitsverwaltung vom November 2018 muss man wohl als Fake News klassifizieren.

Derzeit beginnen Leute in Berlin Wetten abzuschließen, was zuerst startet: der Flugbetrieb auf dem neu gebauten Flughafen BER oder das Berliner Drug-Checking-Programm. Der Flughafen hätte vor 2743 Tagen (= 7,5 Jahre) eröffnet werden sollen – die Einladungskarten für die Eröffnungsveranstaltung waren schon gedruckt gewesen. So ist eben Berlin.

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December 04 2019

25 Jahre Hanf Museum

Das Hanf Museum ist seit 1994 in der Bundesrepublik das einzige seiner Art und neben denen in Bologna, Barcelona, Uruguay und Amsterdam eines von nur wenigen weltweit. Im Herzen Berlins, im Nikolaiviertel, können sich die interessierten Besucher*innen ein umfassendes Bild über die alte Kulturpflanze machen.

Das Hanf Museum wurde am Nikolaustag im Nikolaiviertel unweit von der Nikolaikirche eröffnet. Was Eltern ihren Kindern kaum erzählen – weil sie es nicht wissen –, dass der originäre Nikolaus, Nikolaus von Myra, aus dem Gebiet der heutigen Türkei stammt. Der Nikolaustag wird in Gedenken an Nikolaus von Myra gefeiert, einer der populärsten katholischen Heiligen, der am 6. Dezember zwischen 345 und 351 verstarb. Geboren wurde Nikolaus von Myra in Patara, einer Stadt in der heutigen Türkei zwischen 270 und 286. Myra in Lykien, heute Demre, ist ein kleiner Ort etwa 100 km südwestlich von Antalya in der heutigen Türkei. Im 4. Jahrhundert war der Ort Bischofssitz, die Einwohner sprachen Griechisch.

So wie Eltern ihren Kindern alles Mögliche über den Nikolaus erzählen, nur oft nicht die historische Gegebenheit, so erzählen viele Eltern ihren Kindern alles Mögliche über Hanf, jedoch nur selten die wahren Gegebenheiten bezüglich dieser alten Kulturpflanze. Um diesem Informationsdefizit entgegen zu wirken und um fundiertes Wissen zu erlangen, empfiehlt es sich für Eltern mit ihren Kindern das Hanf Museum zu besuchen. Die Ausstellung zeigt viele Aspekte betreffend die Nutzung von Hanf.

Das Hanf Museum

Das aktuelle Museumsschild, Foto aus der Chronik „25 Jahre Hanf Museum

Schon seit einem viertel Jahrhundert besteht das bundesweit einzige Hanf Museum und präsentiert Schulklassen, Touristen und interessierten Gästen eine umfassende und vorurteilsfreie Ausstellung über die alte Kulturpflanze Hanf. Aus reiner Eigeninitiative, ohne öffentliche Förderung, betreibt eine handvoll engagierter Menschen das Museum, um möglichst vielen Leuten altes und neues Wissen um den Hanf zugänglich zu machen.

Durch sieben Räume zieht sich ein roter Faden beginnend mit botanischen Eckdaten, dem landwirtschaftlichen Anbau und der Ernte des Hanfes. Weiter geht es mit der Gewinnung von Rohstoffen aus den verschiedenen Pflanzenteilen. Es wird der Faseraufschluss durch Brechen, Schwingen und Hecheln dargestellt, sowie Vor- und Weiterverarbeitung der abfallenden Schäben. Die Darstellung der Fasernutzung ist ein wichtiger Bereich. Von Garnen, Seilen und Tuchen bis hin zum Zelluloseaufschluss und der Papierherstellung ist die Nutzungsmöglichkeit der Hanffaser enorm vielfältig.

Das Hanf Museum zelebriert das Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür, den der Nikolaus beginnt, indem er pünktlich um 10:00 Uhr das Museum öffnet. Während der normalen Öffnungszeiten bis 20:00 Uhr werden im Stundentakt Anekdoten und Highlights präsentiert, hanfige Imbisse geboten und Livemusik gespielt.

Programm 25 Jahre Hanf Museum

Die Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten von Hanferzeugnissen lässt erahnen, wie wichtig die Wiedereingliederung dieser Kulturpflanze in unsere Wirtschaft ist. Da ökologische Folgekosten immer stärker miteinbezogen werden müssen, ist der Raubbau und die Ausbeutung fossiler Rohstoffe schon lange unbezahlbar. Darum sollten wir lernen unsere täglichen Bedürfnisse mit nachwachsenden Rohstoffen zu befriedigen, so dass auch folgenden Generationen eine lebenswerte Erde vorfinden.

Schaubild Nutzungsschema der Hanf Pflanze

Der Hanf kann hierbei eine Schlüsselrolle spielen. Wenn er großflächiger angebaut wird, und sowohl die Erntetechnik als auch die Verarbeitungstechnik dahingehend weiterentwickelt werden, dass die gesamte Pflanze – vom Stiel bis zum Samen – als Rohstoff genutzt werden kann, dann können Hanferzeugnisse sowohl in regionalen Wirtschaftskreisläufen eine entscheidende Rolle spielen, als auch dem ökologischen Ausverkauf der Erde entgegenwirken.

Bis Anfang unseres Jahrhunderts war der Hanf eine unersetzliche Kulturpflanze. Erst die Entdeckung des Holzaufschlussverfahrens verdrängte den Hanf aus der Papierherstellung, da der Wald als unendlich verfügbare Ressource angesehen wurde. Baumwollprodukte eroberten aufgrund der billigen und Menschen verachtenden Sklavenarbeit den Textilmarkt.

Seile und Tücher

Das Seil, ein Gegenstand den Jeder von uns kennt und den Jeder von uns schon einmal benutzt hat. Doch welche Entwicklung es genommen hat und welche Bedeutung es für uns Menschen hatte, ist leider nur noch den wenigsten bewusst. Dabei war doch das Seil im Mittelalter allgegenwärtig. Es hing in jedem Brunnen, um daran den Eimer hinab- und hinaufzulassen. Es hielt die Steine, die teilweise große Höhen überwinden mussten, um Kathedralen, Türme, Burgen und befestigte Städte zu bauen und es ermöglichte erst die Schifffahrt, ja auch die Segel waren aus Hanf. Ja der Hanf, ein natürlich wachsender Rohstoff, ermöglichte eine Schifffahrt ohne Abgase.

Tauwerksarbeiten aus Hanf, Foto aus der Chronik „25 Jahre Hanf Museum

Die Automatisierung von Arbeitsschritten, wie sie zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch die Industrialisierung geschah, ging fast spurlos an der Seilherstellung vorüber. Seile wurden weiter so hergestellt wie man es von früher kannte. Nur die Vorverarbeitung des Rohstoffes Hanf, also das Brechen und Rösten der Hanfstengel wurde bald maschinell erledigt. Aber ansonsten verlor das Handwerk (vorerst) nichts an seiner Bedeutung. Erst zum Ende des 19 Jahrhunderts nahm auch in der Seilherstellung die Nutzung von Maschinen verstärkt zu. Die alte Kunst der Seiler verlor immer mehr an Bedeutung und geriet spätestens zu Zeiten des Wirtschaftswunders samt ihrer Naturrohstoffe Hanf und Flachs fast vollkommen in Vergessenheit. Heutzutage gibt es nur noch wenige, die dieses alte Handwerk praktizieren.

Hanf als Heilmittel

Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren Cannabisprodukte in Europa und Amerika etablierte medizinische Mittel. Es gab Fertigpräparate von diversen pharmazeutischen Unternehmen. Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts war durch widerstreitende Aspekte gekennzeichnet. Die Diskreditierung von Cannabis als Rausch- und Genussmittel führte auch zur Diskreditierung des Einsatzes von Cannabis zu medizinischen Zwecken. Zudem trug die forcierte Entwicklung synthetischer Medikamente – darunter Aspirin, Chloralhydrat, Barbiturate und Opiate – zur Verdrängung von nicht standardisierten Naturprodukten bei.

Cannabis als Medizin, Foto aus der Chronik „25 Jahre Hanf Museum“ Cannabis als Medizin, Foto aus der Chronik „25 Jahre Hanf Museum

In den 1940er Jahren wurde THC, dessen exakte Struktur noch nicht bekannt war, erstmals in der Therapie eingesetzt. So berichtete Samuel Allentuck aus den USA Anfang der vierziger Jahre über die erfolgreiche Behandlung von Entzugserscheinungen bei Opiatabhängigkeit mit THC. Das Interesse an der Cannabisforschung erwachte erneut mit der exakten Identifizierung der chemischen Struktur des THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol) im Jahre 1964 durch die israelischen Wissenschaftler Yechiel Gaoni und Raphael Mechoulam. Nunmehr setzte ein verstärktes Interesse an der Erforschung der Chemie, der Verstoffwechselung und der möglichen schädlichen und nützlichen Wirkungen von Cannabis und einzelner Cannabinoide ein. Ein zweiter Boom folgte Anfang der 1990er Jahre nach der Entdeckung des körpereigenen Endocannabinoidsystems mit seinen körpereigenen Cannabinoiden, den Endocannabinoiden, und ihren Bindungsstellen, den Cannabinoidrezeptoren.

In Deutschland sind seit dem 10. März 2017 Cannabisblüten und Cannabisextrakte als Arzneimittel zugelassen, wenn diese aus Anbau zu medizinischen Zwecken unter staatlicher Kontrolle beziehungsweise Importen stammen. Die Internationale Arbeitsgemeinschaft für Cannabinoidmedikamente e.V. (IACM) wurde jedoch bereits im März 2000 gegründet und setzte sich sehr aktiv für die Rechte der Patienten und die Zulassung von Cannabis als Medizin ein. Der Zweck des Vereins ist die Förderung der Kenntnisse über Cannabis, die Cannabinoide, das Endocannabinoidsystem und verwandte Themen. Im Archiv des IACM findet man alle Ausgaben der IACM-Informationen und der monatlich erscheinenden ACM-Mitteilungen. Eine Suche in den IACM-Informationen mit Stichwörtern erlaubt eine Recherche zu medizinischen und politischen Entwicklungen seit der Jahrtausendwende.

Hanf – ein gesundes Lebensmittel

Die Hanfsamen und Lebensmittel, die aus ihnen gewonnen werden, enthalten keinerlei psychotrope Bestandteile (da diese vornehmlich in den Blüten der reifen weiblichen Pflanze produziert werden). Essbare Hanfsamen stammen stets von industriell genutztem Hanf. Die Samen der psychoaktiven Verwandten sind einfach viel zu kostbar, um sie zu essen. Hanfsamen und Hanfsamenprodukte können also von Menschen jeden Alters zu sich genommen werden. Ihr Genuss wird keinerlei berauschende Wirkung haben und in jedem Fall nur gesundheitsfördernd sein.

Hanfsamen, die für den menschlichen Verzehr hergestellt werden, enthalten normalerweise etwa 25% Protein, 34% Kohlenhydrate und 31% Fett (hauptsächlich in Form von Hanfsamen-Öl) ebenso wie einen hohen Anteil an Ballaststoffen und verschiedene wertvolle Vitamine und Mineralien. Auch Hanfsamenkerne sind eine gesunde Alternative zu Nüssen für Personen die allergisch auf Nüsse reagieren, da sie roh gegessen oder als Hanfnussbutter zubereitet verzehrt werden können.

Hanfkuchen zum Geburtstag, Foto aus der Chronik „25 Jahre Hanf Museum“ Hanfkuchen zum Geburtstag, Foto aus der Chronik „25 Jahre Hanf Museum“

Tag der offenen Tür zum 25. Geburtstag des Hanf Museums
Freitag, 6. Dezember 2019 – Eintritt frei
Geöffnet von 10:00 Uhr bis 20:00 Uhr
Mühlendamm 5, 10178 Berlin-Mitte

Direkt vor dem Hanf Museum befindet sich eine große Baustelle (Bürgersteig und Fahrbahn werden erneuert). Dadurch ändert sich immer wieder der Zugangsweg zum Hanf Museum, der jedoch stets gut mit Hinweisschildern markiert ist. Das Museum ist aber dennoch jeden Tag geöffnet, außer am Montag.

Umgebungsplan des Hanf Museums. Das Hanf Museum befindet dort, wo das grüne Kreuz im Plan eingezeichnet ist. Umgebungsplan des Hanf Museums. Das Hanf Museum befindet dort, wo das grüne Kreuz im Plan eingezeichnet ist.

Vergleiche hierzu in diesem Blog

[04.12.1994] 20 Jahre Hanf Museum

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